01 Erinnern Sie sich? 2006
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Geschichte
Samstag, den 03. Oktober 2009 um 19:19 Uhr
Es scheint gerade gestern gewesen zu sein und doch sind schon drei Jahre vergangen. Einige werden schon vergessen haben, was 2006 passierte, andere vielleicht noch gar nicht auf die politische Situation geachtet haben. In loser Folge hier einige Auszüge aus Mark Teufels „Thailand 2006“ in dem die Monate von September bis Dezember mit den wichtigen politischen Ereignissen beschrieben werden.
Zunächst ein Rückblick auf Interviews die mit den Hauptkontrahenten der politischen Auseinandersetzung, dem gewählten Premierminister Glossar Thaksin Shinawatra und dem niemals gewählten, aber vom König als Premierminister eingesetzte General Glossar Prem Tinsulanonda, der im Jahr 2006 (bis heute noch) als Präsident des Kronrates agiert. Und durch die Nähe zum König als die mächtigste Persönlichkeit im Land gilt, obwohl er keine andere Legitimierung als die durch die Ernennung durch den Palast hat. Während Thaksin sich regelmäßig durch Wahlen einen Regierungsauftrag holen muss, und er sich dabei als der erfolgreichste Premierminister in der Geschichte Thailands erwies, steht Kritik gegenüber Prem unter der Grauzone des archaischen und drakonischen Gesetzes gegen Majestätsbeleidigung. Er wird zwar nicht direkt vor Kritik geschützt, aber im Jahr 2006 war noch eine Meinung allgemein verbreitet, dass Kritik am Kronrat auch indirekt eine Kritik an der Monarchie wäre, und damit mit bis zu 15 Jahren Gefängnis pro Tat bestraft werden müsste. (Diese falsche Vorstellung wurde im Laufe der folgenden Jahre revidiert, insbesondere je deutlicher die Rolle Prems im Coup von 2006 wurde.)

Hier nun die beiden Interviews, nur Stunden bzw. Tage vor dem Ereignis des Militärcoups vom 19. September 2006.

Thaksins großer Irrtum
18. September 2006. Das „Council on Foreign Relations“  führt ein Gespräch mit Thaksin Shinawatra:
Thaksin: In Thailand haben wir eine Vertretung der Provinzen, mit Menschen, die ihre Stimmen in verschiedenen Wahlkreisen abgeben. Die Essenz der thailändischen Demokratie ist die Sicherstellung der Vertretung der Menschen, wie sie in der Verfassung definiert ist und im Gesetz festgelegt. … Über die Zivilgesellschaft und seinen Beitrag zur Demokratie wurde bereits viel gesagt. Ich hoffe nur dass Zivilgesellschaft nicht bedeutet, dass Gesellschaften ihr Stimmrecht unter der Verfassung in einer Art missbrauchen, die nicht zivil ist.  … Ernsthafter gesagt, eine funktionierende Zivilgesellschaft bedeutet, dass man zivilisierte Männer und Frauen mit Ideen hat, die innerhalb der verfassungsmäßigen Vertretung der Menschen diskutieren.
In diesem Prozess hat die Zivilgesellschaft und Nicht-Regierungsorganisationen auch eine wichtige Rolle. Jedoch bedeutet dies nicht, dass ihnen besondere Privilegien eingeräumt werden sollten. Sondern das bedeutet, dass es ihnen möglich sein sollte ihre Ideen klar zu artikulieren, und zwar durch die verfassungsmäßigen Vertretungen der Menschen.
Jeder von uns erkennt an, dass Demokratie keine neue Idee ist. Das ist so etwas wie Globalisierung. Globalisierung ist ein uraltes ererbtes Phänomen das es gab, seit die Goten den Euphrat überschritten und die ersten Chinesen den Yangtse.
Es ist die gleiche Demokratie, die Repräsentation und Dialog beinhaltet. Was neu darin ist, ist der sich verändernde Kontext der Gesellschaft. Dialoge innerhalb der Gesellschaft können organisiert oder unorganisiert sein, aber organisierte Dialoge bedingen zivilisierte Gespräche und eine gewisse Art wie man miteinander spricht.
In den asiatischen demokratischen Gesellschaften jedoch haben wir das Phänomen gesehen, dass die Definition der Gesetze durch Nicht-Regierungsorganisationen und die Zivilgesellschaft schneller akzeptiert wurde als die Idee der Demokratie selbst. Eine freie und faire demokratische Wahl darf nicht durch jene kompromittiert werden, die ihre Ergebnisse nicht mögen. Wenn die Menschen durch Wahlen gesprochen haben, was als wahre Demokratie gewertet wird, dann muss der Wille der Menschen den Tag bestimmen und darf nicht durch Straßendemonstrationen kompromittiert werden. Wenn dies passiert, wie können wir dann hoffen, Asiens zukünftige Demokratie zu werden.
Die Tatsache bleibt bestehen, dass keine reife Demokratie ohne die folgenden Elemente überleben kann:
-    Zunächst Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung für die Menschen
-    Zweitens, wenn strukturelle Fehler im Land geschehen und das demokratische Gedanken-System die Oberhand hat, dann bedeutet dies den vollständigen Sieg des demokratischen Systems in der Gesellschaft, besonders wenn das demokratische System auf Basis von friedlicher Transition agiert.
-    Der Prozess der Reifung der Demokratie ist ein ähnlicher Prozess. Es bedeutet, dass alle Elemente der Gesellschaft die Prinzipien akzeptieren müssen und mit ihnen leben.
Auch kann keine Reifung ohne Schmerzen stattfinden. Es ist wie ein Kind das Laufen lernt. Ich habe noch kein Kind gesehen, das nicht zu Beginn ständig hingefallen wäre. … Als Erwachsene müssen wir lernen mit dem Schmerz zu leben und den Rückschlägen der Demokratie, oder wir schütten das Baby mit dem Bad aus. …
Das grundsätzliche Problem der Gesellschaften in Asien, wie anderswo, ist dass sich anti-demokratische Gruppen neu gruppieren. Sie lernen die noch nicht bekannten Schwächen zu nutzen – also die Großzügigkeit der Demokratie - besonders die Rechte und deren Anerkennung. Sie schlagen gegen unser System zurück.
Frage: In Ihrer Vision der thailändischen Demokratie, wie leisten sie dort die Kontrolle des Militärs und der Sicherheitsdienste?
Thaksin: Nun ich denke, dass die thailändische Demokratie nun sehr transparent ist und das „Durcheinander“ das wir nun schaffen, vermittelt eine große Zahl von Machtteilung im System selbst, weil wir so viele unabhängige Organisationen haben um die Kontrolle und Machtteilung zu realisieren. Aber für das Militär selbst, wissen sie, da haben wir ein altes System um die Leute auszuwählen. Sie haben ihr eigenes System. Sie haben was wir den Selbstverteidigungsrat nennen, mit dem sie überwachen, wen sie wählen und solche Dinge.
Und so liegt die Aufgabe nun mehr im zivilen Bereich als in der Politik. Sie {die Soldaten} helfen das Land zu entwickeln, mit, nennen wir sie Zentren und sie helfen auch das Land weiter zu entwickeln, und sie haben Sicherungsaufgaben, aber nicht so viele wie früher.
Und die Rolle des Militärs in Hinsicht auf Einmischung in die Politik {ist reduziert}. Deshalb brauchen wir kein System der Kontrolle und Überwachung über diesen Bereich mehr, weil das System, weil das hier das 21. Jahrhundert ist. ….. Das ist das 21. Jahrhundert. Ich denke dass sich eine Menge Dinge verändert haben.
Prems Wahrheit
Nur Stunden vor dem Beginn des 19. Septembers interviewte die Far Eastern Economic Review den von vielen als geistiger Vater des Coups gehaltenen Präsidenten des Kronrats, Prem Tinsulanonda. Hier eine deutsche Kurzfassung.
Colum Murphy (CM): Wenn sie auf ihre lange und bedeutende Karriere zurück blicken, einschließlich ihrer Arbeit als Kommandeur der thailändischen Armee sowie als Premierminister von Thailand und ihren aktuellen Posten als Kronrat, was im Besonderen ragt in ihrer Erinnern als die wichtigste Episode in Ihrem Leben heraus?
Prem: Ich bin sehr glücklich, sehr stolz, dass ich als Kadett in die Armee aufgenommen wurde. … Ich habe immer gesagt, dass die Pflicht des Lebens darin besteht, seinem Heimatland zu dienen. Deshalb bin ich so stolz darauf in der Armee zu dienen. Es ist die beste Art, um seinem Mutterland etwas zurück zu zahlen.
CM: Was meinen Sie, wenn Sie sagen „zurück zahlen“.
Prem: Wenn sie als Thai geboren werden, müssen Sie ihr Land beschützen. Sie müssen den Leuten erklären, dass sie ihr Land lieben und es bestmöglich schützen müssen. Als Soldat wird einem erlaubt, direkt dem Land zu dienen. Wie die Amerikaner und die Europäer es ausdrücken: „Ein Soldat stirbt niemals“. General McArthur stellte einmal fest, dass wenn man in den bewaffneten Streitkräften ist, wird man sein ganzes Leben in der Armee sein, bis man stirbt. Sein Körper, sein Herz, seine Gedanken und seine Seele müssen für das Land, für die Armee da sein.
CM: Gibt es einen besonderen Meilenstein, der aus Ihrer Karriere herausragt?
Prem: Zurückdenkend an 1969, da hatten wir ein schwieriges Problem im nordöstlichen Teil des Landes mit den kommunistischen Terroristen, die es dort besetzt hatten. Im Jahr 1974 war ich der kommandierende General der zweiten Armee, die für den nordöstlichen Teil des Landes zuständig war. Dort benötigte ich fast drei Jahre um mit diesen Leuten ins Gespräch zu kommen, die missverstanden was die Probleme zwischen den Terroristen und der Regierung waren. Wir benötigten drei bis vier Jahre um sie wissen zu lassen, dass wir wussten was wir sagen wollten: „Ihr seid keine kommunistischen Terroristen sondern Ihr hasst die Regierung weil ihr fälschlicherweise schlecht behandelt wurdet.“ Und nach drei Jahren hörten die Kämpfe auf, wir hörten auf die Gewehre zu benutzen und Kugeln, und wir begannen zu reden und brachten dann den Frieden zurück in diesen Teil des Landes. Das ist die wichtigste Erinnerung. ….

Es war nicht einfach mit ihnen zu reden, aber wir hatten Wege und Möglichkeiten. … Also nachdem ich im Jahr 1980 Premierminister wurde … Ich wurde Oberkommandierender der königlich thailändischen Armee im Jahr 1978 und ich benutzte diese Techniken und wandte sie im ganzen Land an. Und wir hielten die Krise an, oder wir verringerten sie zumindest.
Diese Zeit in der Armee war die, an die ich mich am intensivsten erinnere, die einer meiner stolzesten Errungenschaften waren. Ich war nicht so stolz darauf Premierminister zu sein. Nein ich war nicht so glücklich Premierminister zu sein. Ich wurde nur Premierminister weil es notwendig war. …
CM: Welche Aspekte ihrer Zeit als Premierminister mochten sie weniger?
Prem: Ich sagte nicht, dass ich es nicht mochte. Ich sagte, dass es nicht das Gleiche war. Aber ich musste die Position einnehmen. Es war nicht mein Ziel gewesen. Ich war nicht geboren worden um Premierminister zu werden, sondern Soldat. Aber sie wollten, dass ich sie führte, also tat ich es.
Für mich war es weder gut noch schlecht, Premierminister zu sein. Dem Land zu dienen ist etwas Gutes. Aber es ist nicht meine Karriere.
CM: Wenn man in diesen Tagen in die Zeitungen sieht, gibt es eine Menge schlechter Nachrichten aus Thailand. Einige Leute sagen, dass das Land sich in Richtung eines „failed state“ bewegt. Besonders gibt es da das Problem des unruhigen Südens, die politische Unsicherheit, die über dem Land nach der misslungenen Wahl vom 2. April schwebt, und eine Menge sozialer Probleme die vor dem Land stehen. Wenn Sie in die Zeitungen schauen, was empfinden Sie dann über die derzeitige Situation? Verliert Thailand die Orientierung?
Prem: Bitte fragen Sie mich nichts über die Politik. Ich darf darüber nicht sprechen. Aber ich kann über mein Land in Hinsicht auf seine Sicherheit sprechen.

Sie als Ausländer, die nicht viel über die Situation des Landes wissen, nicht wissen was vorher passiert war, selbst die Geschichte des Landes, Sie mögen das, was passiert hier in Thailand, unterschiedlich sehen {als wir Thailänder}.

Wir Thailänder sehen das, was im Land passiert nicht als besonders ernst an. Nein. Es passiert von Zeit zu Zeit. Politiker stehen sich gegensätzlich gegenüber … eine Partei hat Abneigung gegen eine andere. Aber das ist Politik, nicht mein Job. Sicherheit und Souveränität, das ist mein Job.

Wir sorgen uns nicht, überhaupt nicht darum … wie Sie es nennen die „Unsicherheit“. Es gibt einen kleinen Punkt der Unsicherheit, aber der ist nicht so groß wie Sie meinen. Aber wir können sicher damit zurecht kommen. Wir lieben das Land. Die thailändischen Menschen lieben ihr Land, weshalb wir sitzen und darüber reden können, was schlecht und was gut für das Land ist.

Wenn Sie über den Süden des Landes reden, dann ist das eine andere Geschichte. Es könnte Stunden dauern über den Süden zu reden, lassen Sie uns nicht davon anfangen.
CM: Wie denken Sie, könnte das Problem im Süden gelöst werden?
Prem: Ich weiß es nicht. Ich habe meine eigenen Ideen aber es ist nicht richtig, wenn ich darüber rede.
CM: Was ist mit den sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Wie können die Menschen von Thailand ihren Platz in der globalen Wirtschaft finden?
Prem: Ich weiß nicht viel von Wirtschaft. Haben Sie über die Philosophie des Königs gehört? Sie sollten etwas darüber schreiben. Der König hat sie vor mindestens 20 Jahren eingeleitet. Die Thailänder sollten dieser Philosophie folgen, weil es die effektivste Philosophie für die thailändischen Menschen ist. Sie verstehen vielleicht nicht um was es geht, aber wenn sie Sie aufmerksam studieren, werden Sie vielleicht etwas lernen.
CM: Wie viel dieser Philosophie wird bereits angewandt? Funktioniert es in der Praxis?
Prem: Es wird praktiziert, das System des Königs. Der Vorstand des Rates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung, der die soziale und wirtschaftliche Politik des Landes bestimmt, gerade jetzt (legt seinen neunten Jahresplan auf). Sie adaptieren dies so, dass es die Politik des Landes werden kann. Damit die Philosophie des Königs angewandt werden kann.
CM: Steht die Philosophie des Königs im Einklang mit der Globalisierung?
Prem: Globalisierung ist etwas, dass wir lieben und hassen. Globalisierung ist nicht schlecht, es ist gut, um es so zu sagen. Aber man muss vorsichtig sein die Lebensweise, die sozialen Beziehungen und die wirtschaftlichen Grundlagen zu erhalten, dass alles gut an die Bedürfnisse des Landes angepasst wird. Nicht einfach alles nehmen. Man muss darüber nachdenken. Globalisierung ist nicht schlecht, aber es kann für einige Länder auch überhaupt nicht gut sein. Wir müssen studieren, lernen und sorgfältig überlegen wie wir die Globalisierung nutzen können.
CM: Ist es Thailand gelungen, die richtigen Teile der Globalisierung anzuwenden?
Prem: Ja in Hinsicht auf die Wirtschaft. Hier ist die Globalisierung sehr attraktiv-… Aber in Hinsicht auf die Kultur, Tradition, und andere Dinge, denke ich nicht, dass es gut für unser Land ist. Die Art wie Sie essen ist unterschiedlich. Die Art wie sie ihr Leben verbringen und wie ich mein Leben verbringe ist unterschiedlich. Die Art wie wir darüber reden, was man machen sollte, um ein guter Mensch zu werden, das ist unterschiedlich. Sie sind Christ und ich bin Buddhist. Also das ist nicht das Gleiche.
CM: Aber wir teilen universelle Werte wie Demokratie und Menschenrechte?
Prem: Ja wir haben gemeinsame Werte. Aber wie ich sagte, müssen wir vorsichtig sein und aufpassen was wir aus der Globalisierung aufschnappen.
CM: Glauben Sie, dass Demokratie einer der Werte ist, die wir gemein haben?
Prem: Demokratie? Ja, aber Sie haben ihre Verfassung und wir haben unsere. Die Verfassung die Sie haben ist anders als die die wir haben.
CM: Also sehen Sie eher eine Thai Stil-Demokratie?
Prem: Ich sollte das so sagen – wir sollten es tun, wie wir denken, dass es für die Nation am nützlichsten ist.
CM: Welche Unterschiede würden Sie zwischen der Thai-Stil-Demokratie und der westlichen Demokratie sehen?
Prem: Wir sind ein Königreich. Ihr Land ist es nicht. Also müssen wir etwas unterschiedlich darüber nachdenken, wie wir das Land führen. Normale Thailänder lieben den König sehr, wissen Sie. Wenn Sie sahen, was am 9. Juni {dem 60-jährigen Thronjubiläum von König Bhumibol} passierte, dann können Sie erahnen, wie sehr wir unseren Monarchen lieben. Das ist unterschiedlich zwischen Ihrem und meinem Land.
CM: Kann ich Sie etwas fragen über ihre Kommentare im Sommer hinsichtlich des Militärs und der Rolle des Militärs in Thailand? Einige Beobachter waren überrascht über ihre Kommentare als Sie zu den Kadetten sprachen.
Prem: In diesem Land betrachten wir uns als dem König gehörig. Die bewaffneten Streitkräfte gehören dem König. Darauf legen wir einen Eid ab und wir haben dem zu gehorchen – dass wir dem König gehören. So wird es einfacher zu verstehen.

Kennen Sie Pferderennen? In einem Pferderennen haben sie den Stall und der Eigentümer dem gehören die Pferde. Der Jockey kommt und reitet die Pferde während des Rennens, aber dem Jockey gehören die Pferde nicht. Es ist doch sehr einfach zu verstehen.
CM: Was macht einen guten Jockey aus?
Prem: Ethik und moralischer Standard. Eine gute Regierung kann einen guten Jockey abgeben.
CM: Glauben Sie, dass es solche guten Jockeys in Thailand gibt?
Prem: Selbstverständlich.
CM: In zehn Jahren von heute gerechnet, im Jahr 2016, wo sehen Sie Thailand als Land? Welche Art von Vision haben sie für ihr Land in 10 Jahren?
Prem: Mein Land ist ca. 800 Jahre alt und wir regieren das Land als Königreich. Wir werden niemals eine Republik werden oder ohne König sein. Das ist der Trick – die einzige Sache die die Menschen zusammenhält. Also so lange wir den König, die Monarchie haben, diesen sehr, sehr guten König den wir gerade jetzt haben, werden wir weiter gehen, schnell oder langsam, aber wir werden vereinigt sein. Also wenn sie ein vereintes Land haben und die Menschen vereint sind, haben sie weniger Probleme zu lösen.

Also in Hinsicht auf Politik, Wirtschaft und Sozialwesen, da ist es, weil wir den König als unseren Führer haben, in dieser Hinsicht werden wir keinerlei Probleme haben. Nun, ich denke {wir werden} kein großes, wirklich großes Problem haben. Vielleicht ein kleines, okay, jeder hat das. Also wenn wir uns Sorgen darüber machen, dann sorgen wir uns nicht darüber das Land voran zu bringen.

Was wir tun müssen, ist das Land zu modernisieren, so schnell wir können. Also ich denke wir haben eigentlich kein Problem. Jedenfalls kein großes.
CM: In Hinsicht auf das Buch „The King Never Smiles“ von Paul Handley, ist nicht diese Art von Diskussion, die das Buch fördern kann – nämlich die offene Debatte der Rolle der Monarchie – gut für Thailand?
Prem: Ich denke nicht, dass das so ist. Die Nation mag dieses Buch nicht. Es ist ein Buch das nach „Hörensagen“ geschrieben wurde und basiert nicht auf Fakten. Wir sorgen uns darum, wenn die Ausländer das lesen. Mein Vorschlag ist, bitte ignorieren Sie das Buch, es ist nutzlos.

Im Recht nennt man es "verdeckter Dissens" wenn zwei Leute von der selben Sache reden, aber etwas unterschiedliches meinen. Während also Thaksin Shinawatra offensichtlich von der Regierung und Demokratie in einer konstitutionellen Monarchie redete, in der das Volk die Macht hat, sprach Prem Tinsulanonda offensichtlich von einer Monarchie mit dem König als zentrale Macht, der auch das Militär "gehörte", so logisch, wie ein Pferd dem Stallbesitzer gehört, und nicht dem Jockey.

Sollte man unter diesem Aspekt und dem Beweis, wie die Machtverhältnisse seit 2006 wirklich im Land verteilt sind, nicht endlich die Beschreibung der Staatsform in Thailand ändern? Statt wie in Wikipedia genannt, und von Thaksin geglaub, ist Thailand nicht statt einer konstitutionellen Demokratie, eher eine absolutistische Monarchie mit einer Verfassung?? 

 

Trackback(0)
Kommentare (1)add
Walter Roth
Naja...........................
geschrieben von WR , Oktober 04, 2009

Was Thaksin da gesagt hat, ist für mich, einen Westler, plausiebel und nachvollziehbar.

Bei Prem ist es hingegen die alte leier.

Wir im Westen sind nicht Informiert.

Er ist sich der Widersprüche bewusst und drückt sich mit seinen blumigen Umschreibungen davor, die Wahrheit auszusprechen.
Und er erklärt uns wieder mal, das wir Westler Thailand eigentlich nicht verstehen können, das wir die Thaistyle-Demokratie nicht begreiffen.

Natürlich ist auch er, Prem, derjenige der genau weiss was für die Nation gut ist.
Ganz abgesehen davon, das die Armee ja dem König gehört, also jeder Umsturz und jedes Menschenrechtsverbrechen so durch diesen leigitimiert ist. Was die Regierung dazu sagt, zählt faktisch nicht.

Sehr Praktisch....., braucht man so doch keine Regierung zu fürchten, oder gar sich ihr zu unterstellen, wie das in Demokratien üblich ist.

Und wo bleiben die Wählerstimmen in seinen Überlegungen.........???

Richtig, die sind nur Staffage einer demokratischen Fassade für die Aussenwelt.

WR


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