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Lesen Sie die wahre Geschichte von König Vajiravudh (Thai: พระบาทสมเด็จพระปรเมนทรมหาวชิรวุธ, Aussprache: [pʰrábàːt sŏmdèt pʰrá pɔramen máhăː wáʧírawút]), im Westen besser bekannt als Rama VI., (* 1. Januar 1880 in Bangkok; † 25. November 1925 in Bangkok) der König von Siam vom 23. Oktober 1910 bis 1925 war. Er erbte eine großartige Hinterlassenschaft, gründete lokale Zementherstellung, aus der heute, dank langjähriger monopolistischer Stellung, das größte Industriekonglomerat Thailands entstand, und die erste thailändische Bank, die dank Staatsaufträge und -Bevorzugung auch schwierige Zeiten gut überlebte, was den heutigen König zu einem der reichsten Männer der Welt macht. Rama VI hatte auch die neue Formel "Nation, Religion, König" erfunden, von der die heutige Monarchie ihre Legitimation zieht. Aber trotzdem war bei seinem Ableben der Staat fast bankrott.
Wie in Chula Chakrabongs Lords of Life (268) beschrieben steht: „Kein Monarch Siams hatte je ein so edles und gut organisiertes Erbe hinterlassen“. König Chulalongkorn’s Nachfolger war der erste Herrscher, der im Ausland erzogen worden war. Er studierte in England und Oxford und anschließend an der Militärakademie von Sandhurst. Als er 1910 gekrönt wurde, war er gründlich auf seine Staatsgeschäfte vorbereitet. Das angetretene Erbe war großartig und gut aufgestellt. Eine loyale Regierung, seine Chakri- Abstammung mit allen angestammten Vorzügen eines großen Königs, und die absolute Macht.
Fasziniert von der Industrialisierung und der nationalistischen Leidenschaft Japans, Englands und Deutschlandes, strebte Vajiravudh in neue Richtungen. Er bemühte sich, Siam mit der Inbrunst zu erfüllen, dem gleichen einigenden, disziplinierenden, patriotischen Eifer, und dem Gefühl der nationalen Pflicht, dessen sich diese Länder erfreuten. Aber seine Lösung war nicht, die Loyalität der Menschen einem geopolitischen oder kulturellen Staat zukommen zu lassen, sondern dem Königs selber. Zur Sicherung seiner Macht und dem Fortbestand des bevorzugten Standes seiner Familie.
Er verfolgte die neue Kosmologie eines Mantras, das dem Bahn brechenden Schlagwort des 20. Jahrhunderts in Thailand den Weg ebnete: Chart, sasana, phra mahakasat (NATION, RELIGION, KING) („Gott, großer Kämpfer"). Aus dieser Zeit stammt das dreifache Mysterium der thailändischen Monarchie, wie David Wyatt es nannte. Ohne eines der drei, so wurde den Menschen erklärt, würde das Königreich Siam nicht existieren. Bis heute vergessen die Menschen, dass es wichtigere Dinge gibt, wie Freiheit, Demokratie oder Gleichheit vor dem Gesetz, die mindestens ebenso wichtig für eine moderne Gesellschaft sind.
Zu jener Zeit war die ausschlaggebende Komponente alleine der König. Um die Tradition einfacher zu verstehen, etablierte Vajiravudh das Nummernsystem der Chakri Könige mit Rama I, Rama II und so weiter. Dadurch beschwöre er nicht nur die Ramayanischen Kriegerhelden, sondern auch Sukhotai’s Ramkhamhaeng und Ayutthaya’s Ramathibodi. Um seine Vision auch bei Menschen durchsetzen zu können, die nicht lesen und schreiben konnten, denn daran mangelte es der Mehrheit seiner Untertanen, warb der König für Massenbildung. Er machte sein Konzept des Staates auch in den Medien und der Kunst publik. Und als Plattform für seinen neuen Nationalismus, gründete Rama VI eine landesweite paramilitärische Gruppe, die Sua Pa oder Wild Tiger Corps (Wilden Tiger), die dem Thron direkt unterstellt waren. Wie Wyatt in „A short history“ beschreibt, deklarierte er bei seiner Krönung die Absicht …“in das Bewusstsein seiner Untertanen die eigenen Rasse, Liebe und Loyalität gegenüber den hohen Autoritäten und der Justiz zu vermitteln, die politische Unabhängigkeit zu sichern, die Ergebenheit dem Vaterland, der Nation und der heiligen Religion gegenüber zu vertiefen.“ . Und schließlich gehörte dazu die Erhaltung der nationalen Einheit und die Kultivation gegenseitiger Freundschaft. Die zeremonielle Armee umfasste 4000 Mitglieder im ersten Jahr und wurde schnell eine neue Elite, die mit den Beamten in Wettbewerb geriet.
Vajiravudh modernisierte auch die Armee und versorgte die Flotte mit neuer Ausrüstung. Er gründete eine Siamesische Bank (bis dahin hatten ausländischen Banden das Land dominiert) und die Siam Cement Company, die, dank langjähriger Monopolstellung und mannigfaltiger Bevorzugung durch die Regierung, mehr als 90 Jahre später immer noch Thailand’s führendes Industriekonglomerat ist und zum großen Teil der Krone gehört.
Er förderte Siams internationales Profil, indem er mehrere tausend Mann in den 1. Weltkrieg an die Seite der Alliierten entsandte. Vajiravudh’s Nationalsmus war zeiggemäß und utilitaristisch (Anmerkung: theologische Ethik die die Nützlichkeit des Tuns in den Vordergrund stellt) aber mehrere Dinge behinderten seinen Weg. Zunächst war die Größe der königlichen Familie zu nennen, die sein Vater und Großvater verursacht hatten. König Mongkut hatte ca. 500 Großenkel, 28 Familien entstammten alleine seinen männlichen Nachkommen. Neben Chulalongkorn’s 77 Kindern, hatte ein anderer Prinz der gleichen Generation 73 Kinder, andere hatten 40 bis 50. Dies war eine gigantische Bürde für den Staatshaushalt, der natürlich die gesamte königliche Familie ernäheren musste. Chulalongkorn erleichterte sich der Bürde etwas, indem er dem überwiegenden Teil seiner Töchter die Heirat, jedenfalls die offizielle, verbot. Aber in der 6. Regentschaft waren manche Mitglieder der königlichen Familie schockierend fortpflanzungsfähig, reisten durch die Welt in einem verschwenderischen Stil, und brachten Geld außerhalb des Landes in Sicherheit, um für den Fall einer Revolution wie in China oder Russland vorzusorgen. Vajiravudh antwortete darauf mit der Limitierung der Vergabe von königlichen Titeln und führte Familiennahmen nach westlichem Vorbild ein, damit klarer wurde, wer denn wer war. Er führte außerdem eine nationale Politik der Monogamie ein. Aber all das verringerte die damalige Bürde kaum. Und bis heute ist es in der thailändischen Gesellschaft ein Zeichen des Wohlstandes, des Einflusses und der Potenz, wenn sich ein Mann mit mehreren Frauen schmücken kann. (Anmerkung: Als publik wurde, dass der Kopf des Militärputsches vom September 2006 mit zwei Frauen gleichezeitig verheiratet ist, äußerte sich der vom Militär ernannte Innenminister in dem Sinn, dass er selber ja 10 Frauen hätte und was denn dabei sei.)
Ein anderes Problem war die Introvertiertheit des Königs und dass er keine blaublütige Königin oder Geliebte nahm, wodurch er keine natürliche Fortpflanzungslinie der Nachkommenschaft aufbauen konnte.
Darüber hinaus entfremdete die Gründung der Sua Pa die Armee, und in den ersten Monaten des Jahres 1912 versuchten mehrere dutzend junge Offiziere den König zu stürzen. Sie waren unorganisiert und ihre Ziele waren unklar. Einige wollten die Monarchie insgesamt abschaffen, andere einen anderen König und eine Verfassung. 1912 wird daher unter Historikern als der erste Versuch angesehen, die absolutistische Herrschaft abzuschaffen. Es war eine wichtige Entwicklung, da zum Ersten Mal ernsthafter Widerstand gegen den Thron und die Aristokratie außerhalb des königlichen Hofes aufkam. Außerdem verringerte Vajiravudh’s Interesse an moderner Regierungsführung die Identität des Königs in Hinsicht auf einen heiligen bodhisattva, ähnlich dem alten Kaisertum in Deutschland. Dieser Schritt hin zu einer Verringerung des religiösen Einflusses gefährdete die überaus wichtige Konstruktion eines Dhammaraja Königs (heiligen Königs).
Den Thron rettete der mächtige Sangha (buddhistisch religiöse Organisation, ähnlich dem königlichen Hof aber für religiöse Fragen), Prinz(!) Wachiryyan. Durch die Tempel des Königreiches propagierte Wachirayan die Ideologie von NATION-RELIGION-KÖNIG. Dies verschweißte den modernisierten Staat, den Buddhismus und die Monarchie in einer heiligen und unlösbaren Einheit.
Im Jahr 1920 verursachte des Königs Missmanagement, verstärkt durch die weltweite Wirtschaftskrise, ein riesiges Budgetdefizit. Das Hauptproblem blieben die königlichen Ausgaben für das Militär, seine korrupten Staatsdiener und die Sua Pa (die zeremonielle Armee). Die Prinzen konnten den König nicht bwegen die Ausgaben zu verringern. Daher gingen einige in die Öffentlichkeit und kritisierten den Thron öffentlich in Zeitungen. Das königliche Ansehen bröckelte, innerhalb und außerhalb des Hofes, besonders bei den normalen Menschen in Bangkok.
Aber der Hof war so von dem Aufrechterhalten der königlichen Unangreifbarkeit und Unverletzlichkeit überzeugt, dass es noch bis 1925 dauerte, bis die Prinzen eine stärkere Herausforderung darstellten. Während die Finanzen des Landes kurz vor dem Zusammenbruch standen wurde eine Notsitzung der Regierung zu Beginn des Monats Mai einberufen. Die älteren Prinzen verlangten eine deutliche Verringerung der Ausgaben, besonders des königlichen Haushaltes. Ihre Entscheidung stellte eine klare Herausforderung der absolutistischen Stellung des Königs dar, so dass einige der älteren Prinzen sich weigerten das Papier zu unterschreiben. In seiner Antwort auf die Eingabe verkündete der König trotzig, dass es sein absolutes und nur ihm zustehendes Vorrecht war, staatliche Politik zu entscheiden. Obwohl die Konsequenzen dramatisch waren, traute sich keiner dem zu widersprechen.
Aber es gab noch ein weiteres Problem. Keiner der königlichen leiblichen Brüder (die Söhne Saowabha's) hatten eigene rein blaublütige Erben. Sie hatten im Gegensatz zu den Vätern nur sehr wenige Kinder gezeugt. Zwei hatten Söhne, die nicht qualifiziert waren, unter normalen Umständen das Erbe anzutreten, einer stammte von einer ausländischen Frau, und ein andere von einer Hausangestellten. Alle Söhne Saowabha’s waren chronisch krank, und zwischen 1920 und 1925 starben drei von ihnen. Dies hinterließ lediglich drei potentielle Kronprinzen: Vajiravudh’s Bruder Prince Prajadhipok, Königin Sawang’s überlebender Sohn, Prinz Mahidol und Prinz Paripatra, Königin Sukumala’s Sohn.
In seinem Testament versuchte Vajiravudh das Nachfolgeproblem systematisch zu lösen. Sein Nachfolgegesetz von 1924 legte das Erstgeburtsrecht fest. D.h. der erste Sohn sollte der nächste König werden (also nicht der Bruder des Königs zum Beispiel.) Zweiter wäre der nächst jüngere Sohn und so weiter. Vajiravudh war immer noch überzeugt einen Sohn zeugen zu können. Aber falls dies nicht der Fall sein sollte, legte er Königin Saowabha’s Linie als nächste in der Thronfolge fest, gefolgt von Sagwang und Sukumla. Dies führte dazu, das Prajadhipok, der jünger als Mahidol und Paripatra war, der nächste Erbe wurde. Außerdem legte das Gesetz fest, dass der König nach eigenem Belieben entscheiden konnte, wer sein Erbe antreten sollte. Es äußerte sich allerdings ausdrücklich gegen eine weibliche Thronfolge.
Zu Beginn des Jahres 1925 wurde eine seiner Gemahlinnen schwanger. Als die Geburt sich näherte wurde Vajiravudh krank. Am 24. November 1925 wurde eine Tochter geboren. Zwei Tage später starb der König.
Trotz der Modernisierungsanstrengungen hatte Vajiravudh fast die gesamte Hinterlassenschaft seines Vaters ausgelöscht. Wenn man Benjamin Batson in „The End of Absolute Monarchy in Siam“ liest, findet man einen Brief von Prinz Damrong aus dem Jahr 1926: „Die Ansehen des Herrschers hat an Respekt und Vertrauen verloren, die Staatsfinanzen stehen kurz vor dem Bankrott, und die Regierung ist korrupt." Jedoch erzeugte das Motto „Nation - Religion - König" eine neue Hoffnung auf eine Siamesische Nation, indem es den Menschen eine moderne Identität als Mitglied eines Staates gibt. Es war eine radikal neue Basis für königliche Herrschaft: Der König war der Kapitän und die Nation das Schiff. Es war auch eine radial neue Basis für königliche Herrschaft, indem es eine vererbbare Autokratie darstellte. In starken Händen hätte dieses neue Konzept funktionieren können. Aber der Thron wurde an einen schwachen König übergeben der von Prinzen der alten Schule dominiert wurde, die an einem mythologischen Bild der alten Königreiche hingen.
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