„Freiheit heißt nicht, dass eine Person alles machen darf, was er gerne möchte. Das würde zur Anarchie führen, und dem Fehlen jeder Regierungsführung. Freiheit muss Regeln folgen. Freiheit muss innerhalb der Absichten von Recht und Moral existieren.“
Das Erbe
Pridi gehört zur gleichen politischen Generation wie Jawaharlal Nehru, Soekarno, Ho Chi Minh, Aung San und andere anti-koloniale Nationalisten der Zeit zwischen den Weltkriegen. Sie alle wuchsen unter den gleichen politischen und intellektuellen Bedingungen auf. Sie teilten viele Ideen hinsichtlich Gesetz, Verfassung, Parlament und der Macht des Staates.
Aber die Karriere und das politische Erbe von Pridi unterscheiden sich
von den anderen Persönlichkeiten in einer wichtigen Hinsicht. Die
anderen waren durch den Kolonialismus geprägt, aber der Kolonialismus
brach weg. Sie wurden Märtyrer in einem siegreichen Kampf, oder Gründer
und Erbauer einer nachkolonialen Epoche. Ungefähr zur gleichen Zeit in
der diese Persönlichkeiten Macht oder Unsterblichkeit erlangten, floh
Pridi ins Exil. Den lange Rest von Pridis Leben verbrachte er außerhalb
seines Landes. Es gab ihn noch, aber er war an die Peripherie der
Politik des Landes abgedrängt worden. Unter diesen Umständen wurden
seine historische Bedeutung und sein politische Erbe unklar und
schlecht fassbar.
Zu dem Zeitpunkt, als er im Jahr 1949 floh, war er bereits dämonisiert worden. Seine politischen Feinde machten ihm zwei Vorwürfe: Kommunismus und Königsmord.
Pridi wurde zum ersten Mal wegen beschuldigt, ein Kommunist zu sein, nachdem er seinen Wirtschaftsplan zu Beginn des Jahres 1933 veröffentlicht hatte. Im Jahr 1934 wurde die Anklage durch ein Tribunal untersucht und verworfen. Pridi behauptete nie, Kommunismus zu unterstützen und leugnete es sogar viele Male eindeutig ab. Er war nicht in Versuchung geraten, als linke Bewegungen in den 1960iger und 1970iger Jahre in Mode kamen. Die radikalen Studenten dieser Ära sahen ihn auch nicht als Kommunisten an. In seinen Veröffentlichungen benutzte er oft marxistische Dialektik als Werkzeug um historische Veränderungen zu analysieren. Aber das war ein Element in einem vielseitigen Gemisch (von Argumenten und Arbeitsweisen) und nicht der Ausdruck einer Überzeugung. Im späteren Leben beschrieb er seine Überzeugung als „wissenschaftlichen demokratischen Sozialismus“ (3)
Hinsichtlich der Frage des Königsmordes forderte Pridi die Verleumder vor Gericht heraus, und gewann jedes Mal. Die Dämonisierung Pridis wegen Königsmord begann schon während der Tage von König Rama VIII mysteriösen Tod durch eine Schussverletzung am 9. Juni 1946. Drei Personen waren besonders wichtig für den Aufbau eines (verleumderischen) Verständnisses in der Öffentlichkeit, dass Pridi irgendwie für den Tod des jungen Königs verantwortlich wäre. (3)
Die ersten beiden, die zu der öffentlichen Verleumdung von Pridi beitrugen waren die Pramoj – Brüder. Seni und Kukrit. Ihre Familie lässt sich auf König Rama II zurück verfolgen. Als Urenkel des Königs trugen sie monarchistische Titel (momratchawong). Sie waren Teil der vielen royalistischen Familienmitglieder und Monarchisten, die die Möglichkeit während des Kriegs und danach ergriffen hatten, sich selbst wieder Geltung zu verschaffen. Seni Pramoj war während des 2. Weltkrieges Botschafter in Washington und einer der Schlüsselanführer der Seri Thai-Bewegung in den USA. Im Jahr 1945 kehrte er nach Thailand zurück um eine wichtige Rolle in den Friedenverhandlungen zu übernehmen, und wurde für einige Monate Premierminister. Viele andere Monarchisten in Europa waren in der Seri-Thai-Bewegung aktiv gewesen, und kehrten zum gleichen Zeitpunkt zurück. Kukrit Pramoj hatte als Banker, Hochschullehrer und Journalist gearbeitet. Mit der Auflösung der Volkspartei die die politische Führung seit 1932 monopolisiert hatte, waren die Jahre von 1945 bis 1946 eine Periode der intensiven politischen Neuorganisation.
Die Pramoj –Brüder waren in der monarchistischen Gruppierung aktiv, die 1945 die Progressive Partei gründeten, die sich 1946 mit der Democrat Party vereinigte.
Sowohl Kukrit als auch Seni schrieben in der Presse Bangkoks Andeutungen, die Pridi mit einem Königsmord in Verbindung brachten. Nach dem Coup von 1947 schrieb Seni (unter dem Pseudonym Malaengwi, Mücke) eine Serie von Artikeln, die behaupteten, dass die „Mehrheit der thailändischen Menschen …. den politischen Wechsel als Teil einer geheimnisvollen Magie, die ihre Gebete erhörte, willkommen hießen (d.h. den Coup.)“ Er fuhr dann fort:
„Viele Menschen auf den Straßen sagten, dass es keinen Grund dafür gäbe, dass Pridi sich in Gefahr fühlen müsse, und nach Singapur flüchten musste. Watcharachai der wegen Königsmord beschuldigt wurde, entkam mit ihm.“ Das machte viele Menschen glauben, dass Pridi wegen des Königsmordes geflüchtet wäre. (5)
Im Jahr 1950 gründete Kukrit die Zeitschrift Siam Raht und schrieb täglich Kolumnen die oft eine Verbindung zwischen Pridi und dem Königsmord herstellten. Im Jahr 1954 schrieb Kukrit einen langen Artikel der klar machte, dass er glaubte, dass der König ermordet worden war, und dass es ein kommunistischer Komplott gewesen wäre, und dass Pridi bewiesenermaßen im Licht der Geschehnisse des Jahres 1933 bis 1934 ein Kommunist wäre, mit einem Wohnsitz in China.
Es sollte nicht überraschen, dass Pridi sich jetzt auf die Seite der Kommunisten schlägt, wenn man die alten Geschichten anschaut. … Aber Kommunisten sind nicht dumm. Im Gegenteil müssen sie sehr schlau und geduldig sein, und voller Tricks. Bevor die Kommunisten jemanden akzeptieren untersuchen sie genauestens das Verhalten der Person in der Vergangenheit und seine Meinungen. Pridi hat eine Menge in seiner Vergangenheit, die ihn für die Kommunisten akzeptabel macht, einschließlich des Königsmordes, die für ihn wie ein Ausweis ist.
Der dritte Architekt in der Dämonisierung Pridis war Phra Phinitchonkhadi, der Polizist, der durch die Putschisten als Leiter der Ermittlungen in dem Königsmord eingesetzt worden war. Wie aus den Gerichtsverfahren offensichtlich hervorgeht, und allen nachfolgenden Aussagen, waren die Beweise schon Stunden nach dem Ereignis verwischt, unklar, und konnten in dem hoch emotionalen Umfeld und den folgenden Umständen nur noch unklarer werden. In seinen Ermittlungen konzentrierte sich Phra Phinit darauf, politische Motive für einen Mord zu konstruieren. Drei Palastfunktionäre wurden identifiziert und angeklagt, später exekutiert. Zwei von ihnen hatten Verbindungen zu Pridi. Einige Analysten glaubten, dass diese zwei in den Fall hinein gezogen worden waren, um eine politische Beziehung zu Pridi zu erzeugen. (7) Phra Phinit stellte auch Haftbefehlte für Pridi und seinen Assistenten Watcharachai wegen Planung des Mordes aus, aber er brachte die Fälle nie vor Gericht. Es wurde viel später im Jahr 1979 enthüllt, dass Phra Phinit einen Zeugen bestochen hatte, um der Anklage der Konspiration gegen Pridi Gehalt zu geben. (8) Phra Phinit war der Schwager der Pramoj Brüder.
Prachatai vom 29.05.2009: Thanapol sagte, dass Tonaufnahmen von Tee Srisuwan auf der Webseite verfügbar wären, die das Geständnis des älteren Panyananta Bhikku aus 1979 enthalten würden, in dem er zugab, Pridi im Fall von König Anandas Tod absichtlich etwas „angehängt“ zu haben. Die Dateien mit den Tonaufnahmen findet man hier: http://www.pridi-phoonsuk.org/sound-video/. (Anmerkung: Wir versuchen derzeit eine Niederschrift zu organisieren. Da die Tonqualität aber nicht sehr gut ist und thailändische Muttersprachler eine große Scheu vor dem Thema haben, wird sich dies noch verzögern.... UPDATE: Wir konnten keine Niederschrift erstellen, da es Schwierigkeiten mit dem Tondokument gibt. Wir haben die Internetseite angeschrieben und um Aufklärung gebeten.)
Ein erst kürzlich gefundenes Dokument, das das Gespräch des ehemaligen Premierministers … Thamron Navasawat mit einem amerikanischen Diplomaten über den Königsmord von 1947 enthält, wird in Kürze veröffentlich werden, zusammen mit einer Sammlung von Dokumenten über den Fall.
(Anmerkung: Ein ganzes Buch, das sich mit dem Fall und den Hintergründen des Todes von König Ananda beschäftigt „The Devil’s Discus“, das wesentlich weiter geht, als diese Texte aus dem Buch Pridi by Pridi, das unter dem Eindruck von Lèse Majèsté und Zensur entstanden ist, werden wir separat übersetzen und veröffentlichen.)
Von 1945 bis 1950 kooperierten die Monarchisten mit den militärischen Führern (einige stammten aus der Volkspartei, andere aus einer nachfolgenden Generation), gegen Pridi und eine Koalition seiner Anhänger aus der zivilen Fraktion der Volkspartei, der inländischen Führer der Seri Thai und der Marine. Die Dämonisierung Pridis war Teil der Schlacht. Zunächst fokussierte sich die Beschuldigung auf den Königsmord. Aber zu Beginn der 1950iger Jahre wurden die USA und ihr kalter Krieg gegen den Kommunismus in Asien der bestimmende Faktor der thailändischen Politik. Die USA wurde der Schutzpatron der Allianz zwischen Militär und Monarchisten. (9) Die Anklagen von 1933 wegen kommunistischen Aktivitäten gegen Pridi wurden wieder aufgerollt. Anhänger des Militärs erklärten dass das Militär die Macht mit dem Coup von 1947 hatte übernehmen müssen, weil Pridi kurz davor gestanden hätte, einen kommunistischen Aufstand auszulösen. (Anmerkung: Solche und ähnliche Beschuldigungen sollten sich in der Geschichte Thailands immer wieder als Begründung eines Coups finden.) Die Tatsache dass Pridi nach China geflohen war, wurde als Beweis für seine wahren politischen Ansichten gewertet. Als China im Jahr 1953 eine autonome thailändische Zone in Sipsongpanna einrichtete, konstruierte die USA das Bild, in dem Pridi die Speerspitze einer chinesischen Invasion Thailands von Sipsongpanna aus war. Dieses Bild war Teil der US-psychologischen Kriegsführung um Thailand zu überzeugen, eine antikommunistische Bastion der USA in Südostasien zu werden. (10)
Das Ergebnis war, dass schon kurze Zeit nach seiner Entfernung von der politischen thailändischen Szene, Pridi auch aus der Geschichte getilgt worden war. Während der nächsten zwanzig Jahre der Militärdiktatur wurde Pridis Name nie in einem positiven Licht erwähnt. Im Jahr 1964 provozierte ein Buch, dass die Rolle Pridis im Königsmord in Frage stellte, einen prominenten Konservativen zu der Antwort dass
…. Das Pridi Regime …. Ein Regime der eisernen Faust war. Viele unschuldige Menschen, die den Mut hatten, aus wirklicher Überzeugung heraus zu reden, waren liquidiert worden. In Pridi findet man einen kaltblütigen Fanatiker, der nie gezögert hat, jedes Mittel anzuwenden um seine Pläne und Ideen zu verwirklichen. (11)
Konservative beschrieben Pridi als einen die Monarchie zerstörenden Kommunisten, einen Dämonen, vor dem jeder Angst haben müsste, der dem Versuch verfällt, liberale Ideen über Demokratie, soziale Gleichheit und Menschenrechte zu entwickeln.
Diese Dämonisierung diente den Zwecken der Militärdiktatoren, die damit beschäftigt waren, die Verfassungen, das Recht, das Parlament und andere institutionelle Innovationen der Pridi Ära zu verfälschen oder zu unterdrücken. Die Dämonisierung war auch verlockend für viele alte Aristokraten die es schwierig ertrugen, dass ihre Familien nicht länger ihren Status und ihre Privilegien behalten konnten. (12) Viele gut situierte Thailänder passten sich leicht der neuen Zeit an und einige arbeiteten eng mit der Volkspartei zusammen. Pridi hatte immer immer die Tatsache honoriert, dass König Prajadhipok die Reform des Absolutismus angestrebt hatte, und die Transition der konstitutionellen Monarchie im Jahr 1932 ohne größeren Widerstand akzeptiert hatte. Aber andere waren weniger oder überhaupt nicht willig sich anzupassen. Konservative innerhalb des Hofes hatten Prajadhipoks Vorstellungen einer Reform vor 1932 blockiert. Ein solcher Konservatismus hielt sich zäh. Viele fanden es schwer zu akzeptieren, dass die Trennlinie zwischen den Bürgerlichen und den Adligen entfernt worden war. Nach 1947 erlaubte der neue Absolutismus der Militärherrschaft solchen Konservativen sich zu entfalten. (13)
Die Umstände veränderten sich in den frühen 1970iger Jahren. Während des vorhergehenden Jahrzehnts war die Verbindung von Royalisten und Militärdiktatoren zunehmend zerfallen. In der internationalen Arena machte die chinesisch-sowjetische Trennung den kalten Krieg komplexer. Studentenproteste begannen den Standpunkt der USA in Südostasien zu schwächen.
Im Mai 1970 verließ Pridi Kwangtung und zog in die Vororte von Paris um. Er wurde nun für die neue Generation von Studenten und Intellektuellen zugänglich, die die offenen Risse im System der thailändischen Militärdiktatur ausnutzten und diese schließlich im Oktober 1973 stürzen sollten. Diese neue Generation war an Pridi als Persönlichkeit interessiert, die in Opposition zur Militärdiktatur stand, und der vielleicht angemessene linke Empfehlungen hat. Journalisten und Akademiker kamen, um ihn in Paris zu interviewen. Artikel über ihn erschienen in der Presse Bangkoks. Treffen thailändischer Studenten in Europa luden ihn ein Reden zu halten. Demokratieseminare in Thailand baten ihn Reden zu senden. Seine Veröffentlichungen begannen zu erscheinen – die philosophische „Impermancence of Society“ (Die Unbeständigkeit der Gesellschaft) in 1970, seine Berichte über China in 1972, und dann von 1972 bis 1976 eine Flut von Artikeln, in denen er versuchte zwischen seiner eigenen politischen Erfahrung, seinen Studien der Weltgeschichte und der neuen politischen Situation in Thailand nach der Studentenrevolte von 1973 eine Beziehung herzustellen. Suphot dantrakun veröffentlichte eine kurze Studie über Pridis Leben und Arbeiten in 1971. (14)
Eine einfühlsame Studie in englischer Sprache über Pridi und die Revolution von 1932, schon ein Jahrzehnt früher geschrieben, wurde im Jahr 1972 veröffentlicht. (15) Duan Bunnag schrieb eine Arbeit über Pridi und seinen Wirtschaftsplan im Jahr 1974 (16) Verschiedene Schriften von Pridi wurden besonders vom ehemaligen Promoter der Revolution von 1932 und der Seri Thai Bewegung Pramot Phungsunthon herausgegeben.
Aber die Studentenbewegung in den 1970iger Jahren entschied schließlich, dass Pridi nicht der Held war, den sie brauchten. Die Rhetorik der Studentenbewegung war schnell durch den Sozialismus dominiert. Bei einer näheren Betrachtung konnte man feststellen, dass die Ideen Pridis ganz klar in den europäischen liberalen Traditionen und nicht in einem marxistischen Netzwerk ihre Wurzeln hatten. Die Studenten beschlossen, dass auf Grund historischer, linguistischer und universaler, einzelne Wissengebiete übergreifende Kenntnisse der Märtyrer Jit Phumisak eine angemessenere Heldenfigur abgeben würde. (17). (Siehe: http://www.schoenes-thailand.de/geschichte/helden-thailands/chit-phumisak.html)
Außerdem war es schwierig, die Ereignisse des Jahres 1932 in die revolutionäre Geschichte Thailands einzubinden. Versuche, es als populären bürgerlichen Aufstand zu bezeichnen
waren (gegenüber den radikalen Ansichten der Studenten) zum Scheitern verurteilt. Als der Studentenführer von 1973, Seksan Prasertkul später seine Doktorarbeit in Cornell über moderne thailändische Politik schrieb, ignorierte er 1932 fast vollständig. Nach Seksans Ansicht war es ganz einfach ein Coup. Das Resultat wäre nur eine kleine Feinjustierung in der Beziehung zwischen der Monarchie und dem Militär, was den beiden Institutionen ermöglichte, die Dominanz zu erhalten, die bis in die
Ayutthaya –Periode zurück ging. Mit anderen Worten hatte sich nichts wirklich geändert. (18) Andere Schriftsteller dieser Generation wiederholten diese Interpretation. Der Coup von 1932 wäre ein Fehlschlag gewesen. Die Volkspartei hatte den Weg für die Militärdiktatur geebnet, die Thailand von den 1930iger bis in die 1970iger Jahre beherrscht hatte. Gesetze, Verfassungen, und das Parlament hatten sich nicht als das Fundament einer neuen sozialen Ordnung erwiesen. Auch die „Importe“ aus dem Ausland hatten versagt. Sie waren einfach in Instrumente der Diktatur verwandelt worden. (19)
Ironischerweise provozierte die Aussicht, dass Pridi in den späten 1960iger und 1970iger Jahren eine neue revolutionäre Persönlichkeit werden könnte, und vielleicht sogar nach Thailand zurückkehren könnte, die Geister der Vergangenheit und eine zweite Runde der Dämonisierung. Verschiedene alte Monarchisten waren nun Prominente der Politik die eine Verfassung schrieb und Parteien aufbaute, und zwar auf Grund der Folgen des Studentenaufstandes von 1973.
Die Parmot (Pramoj)-Brüder waren wieder im Vordergrund. Seni war kurz Premierminister im Jahr 1975 und noch einmal in 1976. Kukrit besetzte die Position etwas länger in der Zwischenzeit. Obwohl er in dieser Periode nicht direkt über Pridi schrieb, erschienen in Kukrits Siam Rath viele Artikel mit Anschuldigungen gegen Pridi, und vehementer Opposition gegen Versuche ihn zu rehabilitieren. Kukrit initiierte auch das Gerücht, dass Pridi planen würde nach Thailand zurück zu kommen um sich selbst als Präsident einzusetzen (20) (Anmerkung: Auch später ein immer wieder gerne erhobener Vorwurf, um unliebsame politische Konkurrenten zu diskreditieren.)
Die Anklagepunkte waren wieder die gleichen: Königsmord und Kommunismus. Kurz nachdem Pridi nach Paris umgezogen war und von Thais besucht worden war, die mit der Regierung in Verbindung standen, warnte Siam Rath: „Falls die Regierung einen ehemaligen Flüchtling, der ein Feind des Thrones ist, zurück kommen lässt, um jemanden Großes in der Regierung zu werden, dann ist das Rebellion gegen den Thron. (21)
Mit einem Thailand, das sich einem kommunistischen Aufstand gegenüber sah, der von China unterstützt wurde, wurde die Anklage wegen Kommunismus noch verfeinert. Pridi wurde nun als williges Werkzeug von Chinas Politik und dem Versuch das Land zu dominieren, dargestellt. (22)
Später im Jahr 1979 verklagte Pridi erfolgreich Kukrit und die Siam Rath, den Historiker Rong Sayamanon und das Bildungsministerium wegen Veröffentlichungen die seinen Namen in Verbindung mit dem Königsmord brachten.
Nach dem Coup und der Rückkehr des Militärs im Jahr 1976 wurde die Erinnerung an Pridi nicht vollkommen unterdrückt. Trotz der Rückkehr der politischen Reaktionäre hatte die Periode 1973 bis 76 etwas intellektuellen Spielraum geschaffen, der sich nicht mehr vollständig unterdrücken ließ. Eine englischsprachige Biographie, die von Pridis Frau geschrieben worden war erschien in einem privaten Verlag in Singapur. (23)
Die erneute Dämonisierung, verbunden mit der Zurückhaltung der radikalen Studenten, Pridi und die Volkspartei anzuerkennen, erlaubte das grundsätzliche Umschreiben von Thailands Geschichte der Verfassungen und des Parlamentarismus. Die Rolle von Pridi und der Volkspartei wurde sorgfältig ausgelöscht. In einer der neueren Versionen wurde darauf Wert gelegt, dass König Prajadhipok die Verfassung im Jahr 1932 gewährt hätte, aber die Volkspartei hätte den Coup unternommen und ihn davon abgehalten und dann das Lob für sich beansprucht. (24) Im Jahr 1976 wurde diese Version der Geschichte in einem offiziellen Geschichtsbuch festgelegt. (25) In einer anderen Version wurden die Ereignisse des Juni 1932 einfach vergessen: Der König alleine hatte die Verfassung gewährt und war der einzige Vorkämpfer für Thailands parlamentarische Tradition.
Pridi und seine Volkspartei erschienen einfach nicht mehr (in der Geschichtsschreibung). Im Jahr 1980 wurde die Statue von König Prajadhipok außerhalb des neuen Parlamentes aufgestellt um dieser Version der Geschichte eine feste Form zu verleihen. (26) Die Errichtung des König Prajdhipok-Institutes im Jahr 1994 (das der politischen Bildung gewidment ist) sollte zur weiteren Bestätigung dienen. (27)
Auszug aus Pridi by Pridi, Selected Writings on Life, Politics and Economy. www.pridi-phoonsuk.org
3. Nakharin Mektrairat, Kanpatiwat sayam pho. So. 2475 (The 1932 Revolution in Siam), Bangkok: Munnithi khrongkan tamra sangkhomsat lae manatsayasat, 1992; Matthew Copeland, „Contested Nationalism and the 1932 Overthrow of the Absolute Monarchy in Siam“, Ph.D. thesis, Australian National University, 1993.
4. Morakot Jewachinda, “Phap lak Pridi Phanomyong kap kan muang Thai 2475-2526” (Das Bild von Pridi Banomyong und der thailändischen Politik 1932-83) M.A. thesis, Chulalongkorn Universität 1994, besonders Absatz 3.
5. Seni Pramot, „bung lang prawatisat“ (Historischer Hintergrund), in Chumnum wannakhadi thang kanmuang (Gesammelte politische Schriften), Bangkok, 1968, 52, 61. Die Polizei versuchte vergeblich eine Verbindung zwischen Leutnant Watcharachai, einem Marineoffizier, der viele Jahre als Pridis Assistent gearbeitet hatte, und dem Königsmord herzustellen.
6 Kukrit Pramot, „Khian tam khao“ (Geschrieben nach den Neuigkeiten), in Kep lek phasom noi (Bits and Pieces), Bangkok: Thaimit, 1959, 470.
7. Morakot, „Phap lak“, 81, 111; R.Kruger, The Devil’s Discus, London: Cassell, 1964.
8. Es wird angenommen, dass Pridi gehört hatte, dass der König plante, den Thron zugunsten seines Bruders aufzugeben, und sich zur Wahl als Parlamentsabgeordneten aufstellen zu lassen. Wie das Gerücht dann ausführte, hätte daraufhin Pridi den Königsmord in Auftrag gegeben, weil die Strategie des Königs seine parlamentarischen Ambitionen blockiert hätten. Morakot, „Phap lak“, 117-8
9. Daniel Fineman, A Special Relationship: the united States and Military Governemnt in Thailand, 1947 – 1958, Honolulu: University of Hawaii Press, 1997.
10. Der Ansatz der USA funktionierte. Thanom Kittikhachorn beschrieb Sipsongpanna als “Chinas Lakai um Thailand zu überfallen.“ Siehe Vorwort zu Bunchuai Sisawat, Lu: khon Thai nai prathet Chin (Lu: Das Thailand in China), Bangkok, 1955. Aber bei der Bandung-Konferenz im April 1954 erklärte Zhou Enlai dem Delegationsführer der Thailänder, Momchao Wanwaithayakon, dass Pridi in Beijing und nicht in Sipsongpanna gewesen wäre, dass die USA ein falsche Spiel gespielt hätten, und dass Thailand eine Delegation nach China senden sollte, um das zu überprüfen. Zhou und Wan dinierten zusammen und tauschten Geschenke aus. Phibun begann darauf hin Beziehungen mit Bejing aufzubauen, und verbreitete sogar die Nachricht, dass Pridi nach Thailand zurück kehren könnte. Aber der Coup von 1957-58 durch von den USA unterstützten General Sarit schnitten diese Möglichkeiten ab, und die Dämonisierung Pridis wurde wieder neu gestartet. Siehe Fineman: A Special Relationship, 172-73, 213, 225-26. Das Resultat war, dass die chinesischen Führer Pridi verboten Thailänder im südlichen China zu besuchen.
11. Im Jahr 1964 zirkulierten Kopien von Rayne Krugers „The Devil’s Discus“ in Bangkok. Ein „Beamter, der nahe an den Ereignissen war“, schrieb eine Notiz für die Regierung über das Buch. Die zitierte Passage stammt aus dieser Notiz, die ohne Angabe eines Autors in der
Bangkok Post am 21. Juli 1964 gedruckt worden war. Es erschien auch in der Ausgabe der Kremationsausgabe von Phraya Siwisanwacha in Wat Thepsirin im Jahr 1968. Im Jahr 1933 war Siwisanwacha einer der schärfsten Gegner von Pridis Wirtschaftsplan, den er als „puren Sozialismus“ beschrieb.
12. Als Pridi im Jahr 1972 schrieb, kommentierte er zwei Bürgerliche des 19. Jahrhunderts, die die absolutistische Monarchie kritisiert hatten: „Es scheint so, als ob die Menschen der alten Ordnung K.S.R. Kulap oder Thianwan nicht erwähnen wollen, der in ihrer Jugend von vor über hundert Jahren schon offen für einen Wechsel in der absolutistischen Monarchie eingetreten waren.“
13. Siehe Sulak Sivaraksas Geständnis seines jugendlichen Enthusiasmus, Pridi zu denunzieren. In Seinem Buch Powers That Be: Pridi Banomyong through the Rise and Fall of Thai Democracy, Bangkok: Committee on the Centennial Anniversary of Pridi Banomyong, 1999. Oder auch auf diesen Seiten: http://www.schoenes-thailand.de/news/meinung/im-angesicht-der-macht-pridi-banomyong-von-sulak-sivaraksa.html
14. Suphot Dantrakun, Chiwit lae ngan khong Dr. Pridi Phanomyong (Leben und Werk von Pridi Banomyong), Bangkok: Prachak, 1971. Im Jahr 1973 allein veröffentlichte Suphot nicht weniger als neun Titel über Pridi. Seitdem war er damit fortgefahren. Morakots Bibliografie umfasst 40 Werke von Suphot, alle über Pridi oder eng mit ihm verbunden.
15. Thawatt Mokarapong, History of the Thai Revolution: A Study in Political Behavious, Bangkok: Thai Watana Panich, 1972
16. Duan Bunnag, Than Pridi ratthaburut awuso phu wang phaen sethakit Thai khon raek (Staatsmann Pridi, Ersteller von Thailands erstem Wirtschaftsplan), Bangkok: Samakkitham, 1974
17. Craig J. Reynolds, Thai Radical Discourse: The Real Face of thai Feudalism Today, Ithaca: Cornell University, 1987
18. Seksan Prasertkul, “The transformation of the Thai State and Economic Change (1855-1945)”, Ph.D. Thesis, Cornell University, 1989, besonders Seite 302.
19. Die vielleicht eleganteste Argumentation ist die von Nidhi Eosiwong, “Ratthathammanun chabap watthanatham thai” (Die thailändische Kultur der Verfassung), original in Silpawattham, 13(1), November 1992, nachgedruckt in Nidhi, Chat Thai, muang Thai, haep rian lae anusawari (Thai Nation, Thailand, Schultexte, und Denkmäler), Bangkok: Silpa Watthanatham, 1995.
20. Sulak, Powerst hat Be, 55.
21. Siam Rath, 1. August 1930. Als Puey Ungphakorn, ein früherer Anhänger von Pridi und einer der führenden Technokraten des Landes, Pridi in Paris besuchten, warnte Siam Rath Sapdawichan (30. August 1970) Puey indem es Pridi beschrieb als „Beschuldigter im Fall eines Mordkomplotts von König Ananda Mahidol“. Siam Rath war das Opfer des Glaubens in die eigenen Gerüchte geworden. Pridi war nie ein Angeklagter in einem solchen Fall gewesen, und diese zwei Artikel gaben Pridi die Möglichkeit erfolgreich gegen Kukrit und seine Zeitung zu klagen. Siehe Morakot, „Phap lak“, 185-6; Chiwaprawat yo khong nati Pridi Phanomyong, 71-2.
22. Morakot, “Phap lak”, 181-7
23. Vichitvong na Phombhejara, Pridi Banomyong and the Making of Thailands Modern History, Singapur, 1979 (private Veröffentlichung).
24. Der König selbst gab wenige Tage nach der Übernahme der Macht (durch die Volkspartei) im Jahr 1932 bekannt: „Die Volkspartei und ich haben gemeinsam am gleichen Ziel gearbeitet, nämlich eine Verfassung für unser Land zu erstell, aber ohne dass wir jeweils davon gewusst hatten. Meine Pläne waren auf sehr großen Widerstand der ultra-konservativen und selbst der ausländischen Berater gestoßen, die einen radikalen Wechsel als wenig weise ansahen. Die Menschen wurden natürlich ungeduldig und nahmen die Angelegenheit in ihre eigenen Hände.“ König Prjadhipoks Telegramm an Mr. Und Mrs. Odgen Reid vom 30. Juni 1932, zitiert in Benjamin A. Batson, The End of the Absolute Monarchy in Siam, Singapur: Oxford University Press, 1984, 237.
25. Sonthi Techanan, comp. Phaen phatthana kanmuang pai su kan pokkhrong rabop prachathipatai tam naew phraratchadamri khong phrabatsomdet Phrapokklao chaoyuhua (Pläne for die politsche Entwicklung zu einer Demokratie entsprechend den Ideen von König Rama VII), Bangkok, Thai Kasem, 1976, zitiert in Thongchai Winichakul, “Thai Democracy in Public Memory: Monuments and Their Narratives”, Rede vor 7. International Conference on Thai Studies, Amsterdam, 1999, fn 29.
26. Thongchai, “Thai Democracy”.
27. Ein Artikel, der das Institute sehr lobt beschreibt König Prajadhipok wie er die erste Verfassung dem Volk gewährte, ohne jede andere menschliche Einflussnahme, und anschließend abdankte. Der Artikel kommentiert: „Viele Historiker haben ihre Meinung dazu abgegeben, dass der Grund, warum er zurückgetreten war, darin liegt, dass er die demokratischste Persönlichkeit im Reich zu diesem Zeitpunkt war.
Wird fortgesetzt -----
„Viele Menschen auf den Straßen sagten, dass es keinen Grund dafür gäbe, dass Pridi sich in Gefahr fühlen müsse, und nach Singapur flüchten musste. Watcharachai der wegen Königsmord beschuldigt wurde, entkam mit ihm.“ Das machte viele Menschen glauben, dass Pridi wegen des Königsmordes geflüchtet wäre. (5)
Im Jahr 1950 gründete Kukrit die Zeitschrift Siam Raht und schrieb täglich Kolumnen die oft eine Verbindung zwischen Pridi und dem Königsmord herstellten. Im Jahr 1954 schrieb Kukrit einen langen Artikel der klar machte, dass er glaubte, dass der König ermordet worden war, und dass es ein kommunistischer Komplott gewesen wäre, und dass Pridi bewiesenermaßen im Licht der Geschehnisse des Jahres 1933 bis 1934 ein Kommunist wäre, mit einem Wohnsitz in China.
Es sollte nicht überraschen, dass Pridi sich jetzt auf die Seite der Kommunisten schlägt, wenn man die alten Geschichten anschaut. … Aber Kommunisten sind nicht dumm. Im Gegenteil müssen sie sehr schlau und geduldig sein, und voller Tricks. Bevor die Kommunisten jemanden akzeptieren untersuchen sie genauestens das Verhalten der Person in der Vergangenheit und seine Meinungen. Pridi hat eine Menge in seiner Vergangenheit, die ihn für die Kommunisten akzeptabel macht, einschließlich des Königsmordes, die für ihn wie ein Ausweis ist.
Der dritte Architekt in der Dämonisierung Pridis war Phra Phinitchonkhadi, der Polizist, der durch die Putschisten als Leiter der Ermittlungen in dem Königsmord eingesetzt worden war. Wie aus den Gerichtsverfahren offensichtlich hervorgeht, und allen nachfolgenden Aussagen, waren die Beweise schon Stunden nach dem Ereignis verwischt, unklar, und konnten in dem hoch emotionalen Umfeld und den folgenden Umständen nur noch unklarer werden. In seinen Ermittlungen konzentrierte sich Phra Phinit darauf, politische Motive für einen Mord zu konstruieren. Drei Palastfunktionäre wurden identifiziert und angeklagt, später exekutiert. Zwei von ihnen hatten Verbindungen zu Pridi. Einige Analysten glaubten, dass diese zwei in den Fall hinein gezogen worden waren, um eine politische Beziehung zu Pridi zu erzeugen. (7) Phra Phinit stellte auch Haftbefehlte für Pridi und seinen Assistenten Watcharachai wegen Planung des Mordes aus, aber er brachte die Fälle nie vor Gericht. Es wurde viel später im Jahr 1979 enthüllt, dass Phra Phinit einen Zeugen bestochen hatte, um der Anklage der Konspiration gegen Pridi Gehalt zu geben. (8) Phra Phinit war der Schwager der Pramoj Brüder.
Prachatai vom 29.05.2009: Thanapol sagte, dass Tonaufnahmen von Tee Srisuwan auf der Webseite verfügbar wären, die das Geständnis des älteren Panyananta Bhikku aus 1979 enthalten würden, in dem er zugab, Pridi im Fall von König Anandas Tod absichtlich etwas „angehängt“ zu haben. Die Dateien mit den Tonaufnahmen findet man hier: http://www.pridi-phoonsuk.org/sound-video/. (Anmerkung: Wir versuchen derzeit eine Niederschrift zu organisieren. Da die Tonqualität aber nicht sehr gut ist und thailändische Muttersprachler eine große Scheu vor dem Thema haben, wird sich dies noch verzögern.
Ein erst kürzlich gefundenes Dokument, das das Gespräch des ehemaligen Premierministers … Thamron Navasawat mit einem amerikanischen Diplomaten über den Königsmord von 1947 enthält, wird in Kürze veröffentlich werden, zusammen mit einer Sammlung von Dokumenten über den Fall.
(Anmerkung: Ein ganzes Buch, das sich mit dem Fall und den Hintergründen des Todes von König Ananda beschäftigt „The Devil’s Discus“, das wesentlich weiter geht, als diese Texte aus dem Buch Pridi by Pridi, das unter dem Eindruck von Lèse Majèsté und Zensur entstanden ist, werden wir separat übersetzen und veröffentlichen.)
Von 1945 bis 1950 kooperierten die Monarchisten mit den militärischen Führern (einige stammten aus der Volkspartei, andere aus einer nachfolgenden Generation), gegen Pridi und eine Koalition seiner Anhänger aus der zivilen Fraktion der Volkspartei, der inländischen Führer der Seri Thai und der Marine. Die Dämonisierung Pridis war Teil der Schlacht. Zunächst fokussierte sich die Beschuldigung auf den Königsmord. Aber zu Beginn der 1950iger Jahre wurden die USA und ihr kalter Krieg gegen den Kommunismus in Asien der bestimmende Faktor der thailändischen Politik. Die USA wurde der Schutzpatron der Allianz zwischen Militär und Monarchisten. (9) Die Anklagen von 1933 wegen kommunistischen Aktivitäten gegen Pridi wurden wieder aufgerollt. Anhänger des Militärs erklärten dass das Militär die Macht mit dem Coup von 1947 hatte übernehmen müssen, weil Pridi kurz davor gestanden hätte, einen kommunistischen Aufstand auszulösen. (Anmerkung: Solche und ähnliche Beschuldigungen sollten sich in der Geschichte Thailands immer wieder als Begründung eines Coups finden.) Die Tatsache dass Pridi nach China geflohen war, wurde als Beweis für seine wahren politischen Ansichten gewertet. Als China im Jahr 1953 eine autonome thailändische Zone in Sipsongpanna einrichtete, konstruierte die USA das Bild, in dem Pridi die Speerspitze einer chinesischen Invasion Thailands von Sipsongpanna aus war. Dieses Bild war Teil der US-psychologischen Kriegsführung um Thailand zu überzeugen, eine antikommunistische Bastion der USA in Südostasien zu werden. (10)
Das Ergebnis war, dass schon kurze Zeit nach seiner Entfernung von der politischen thailändischen Szene, Pridi auch aus der Geschichte getilgt worden war. Während der nächsten zwanzig Jahre der Militärdiktatur wurde Pridis Name nie in einem positiven Licht erwähnt. Im Jahr 1964 provozierte ein Buch, dass die Rolle Pridis im Königsmord in Frage stellte, einen prominenten Konservativen zu der Antwort dass
…. Das Pridi Regime …. Ein Regime der eisernen Faust war. Viele unschuldige Menschen, die den Mut hatten, aus wirklicher Überzeugung heraus zu reden, waren liquidiert worden. In Pridi findet man einen kaltblütigen Fanatiker, der nie gezögert hat, jedes Mittel anzuwenden um seine Pläne und Ideen zu verwirklichen. (11)
Konservative beschrieben Pridi als einen die Monarchie zerstörenden Kommunisten, einen Dämonen, vor dem jeder Angst haben müsste, der dem Versuch verfällt, liberale Ideen über Demokratie, soziale Gleichheit und Menschenrechte zu entwickeln.
Diese Dämonisierung diente den Zwecken der Militärdiktatoren, die damit beschäftigt waren, die Verfassungen, das Recht, das Parlament und andere institutionelle Innovationen der Pridi Ära zu verfälschen oder zu unterdrücken. Die Dämonisierung war auch verlockend für viele alte Aristokraten die es schwierig ertrugen, dass ihre Familien nicht länger ihren Status und ihre Privilegien behalten konnten. (12) Viele gut situierte Thailänder passten sich leicht der neuen Zeit an und einige arbeiteten eng mit der Volkspartei zusammen. Pridi hatte immer immer die Tatsache honoriert, dass König Prajadhipok die Reform des Absolutismus angestrebt hatte, und die Transition der konstitutionellen Monarchie im Jahr 1932 ohne größeren Widerstand akzeptiert hatte. Aber andere waren weniger oder überhaupt nicht willig sich anzupassen. Konservative innerhalb des Hofes hatten Prajadhipoks Vorstellungen einer Reform vor 1932 blockiert. Ein solcher Konservatismus hielt sich zäh. Viele fanden es schwer zu akzeptieren, dass die Trennlinie zwischen den Bürgerlichen und den Adligen entfernt worden war. Nach 1947 erlaubte der neue Absolutismus der Militärherrschaft solchen Konservativen sich zu entfalten. (13)
Die Umstände veränderten sich in den frühen 1970iger Jahren. Während des vorhergehenden Jahrzehnts war die Verbindung von Royalisten und Militärdiktatoren zunehmend zerfallen. In der internationalen Arena machte die chinesisch-sowjetische Trennung den kalten Krieg komplexer. Studentenproteste begannen den Standpunkt der USA in Südostasien zu schwächen.
Im Mai 1970 verließ Pridi Kwangtung und zog in die Vororte von Paris um. Er wurde nun für die neue Generation von Studenten und Intellektuellen zugänglich, die die offenen Risse im System der thailändischen Militärdiktatur ausnutzten und diese schließlich im Oktober 1973 stürzen sollten. Diese neue Generation war an Pridi als Persönlichkeit interessiert, die in Opposition zur Militärdiktatur stand, und der vielleicht angemessene linke Empfehlungen hat. Journalisten und Akademiker kamen, um ihn in Paris zu interviewen. Artikel über ihn erschienen in der Presse Bangkoks. Treffen thailändischer Studenten in Europa luden ihn ein Reden zu halten. Demokratieseminare in Thailand baten ihn Reden zu senden. Seine Veröffentlichungen begannen zu erscheinen – die philosophische „Impermancence of Society“ (Die Unbeständigkeit der Gesellschaft) in 1970, seine Berichte über China in 1972, und dann von 1972 bis 1976 eine Flut von Artikeln, in denen er versuchte zwischen seiner eigenen politischen Erfahrung, seinen Studien der Weltgeschichte und der neuen politischen Situation in Thailand nach der Studentenrevolte von 1973 eine Beziehung herzustellen. Suphot dantrakun veröffentlichte eine kurze Studie über Pridis Leben und Arbeiten in 1971. (14)
Eine einfühlsame Studie in englischer Sprache über Pridi und die Revolution von 1932, schon ein Jahrzehnt früher geschrieben, wurde im Jahr 1972 veröffentlicht. (15) Duan Bunnag schrieb eine Arbeit über Pridi und seinen Wirtschaftsplan im Jahr 1974 (16) Verschiedene Schriften von Pridi wurden besonders vom ehemaligen Promoter der Revolution von 1932 und der Seri Thai Bewegung Pramot Phungsunthon herausgegeben.
Aber die Studentenbewegung in den 1970iger Jahren entschied schließlich, dass Pridi nicht der Held war, den sie brauchten. Die Rhetorik der Studentenbewegung war schnell durch den Sozialismus dominiert. Bei einer näheren Betrachtung konnte man feststellen, dass die Ideen Pridis ganz klar in den europäischen liberalen Traditionen und nicht in einem marxistischen Netzwerk ihre Wurzeln hatten. Die Studenten beschlossen, dass auf Grund historischer, linguistischer und universaler, einzelne Wissengebiete übergreifende Kenntnisse der Märtyrer Jit Phumisak eine angemessenere Heldenfigur abgeben würde. (17). (Siehe: http://www.schoenes-thailand.de/geschichte/helden-thailands/chit-phumisak.html)
Außerdem war es schwierig, die Ereignisse des Jahres 1932 in die revolutionäre Geschichte Thailands einzubinden. Versuche, es als populären bürgerlichen Aufstand zu bezeichnen
waren (gegenüber den radikalen Ansichten der Studenten) zum Scheitern verurteilt. Als der Studentenführer von 1973, Seksan Prasertkul später seine Doktorarbeit in Cornell über moderne thailändische Politik schrieb, ignorierte er 1932 fast vollständig. Nach Seksans Ansicht war es ganz einfach ein Coup. Das Resultat wäre nur eine kleine Feinjustierung in der Beziehung zwischen der Monarchie und dem Militär, was den beiden Institutionen ermöglichte, die Dominanz zu erhalten, die bis in die Ayutthaya –Periode zurück ging. Mit anderen Worten hatte sich nichts wirklich geändert. (18) Andere Schriftsteller dieser Generation wiederholten diese Interpretation. Der Coup von 1932 wäre ein Fehlschlag gewesen. Die Volkspartei hatte den Weg für die Militärdiktatur geebnet, die Thailand von den 1930iger bis in die 1970iger Jahre beherrscht hatte. Gesetze, Verfassungen, und das Parlament hatten sich nicht als das Fundament einer neuen sozialen Ordnung erwiesen. Auch die „Importe“ aus dem Ausland hatten versagt. Sie waren einfach in Instrumente der Diktatur verwandelt worden. (19)
Ironischerweise provozierte die Aussicht, dass Pridi in den späten 1960iger und 1970iger Jahren eine neue revolutionäre Persönlichkeit werden könnte, und vielleicht sogar nach Thailand zurückkehren könnte, die Geister der Vergangenheit und eine zweite Runde der Dämonisierung. Verschiedene alte Monarchisten waren nun Prominente der Politik die eine Verfassung schrieb und Parteien aufbaute, und zwar auf Grund der Folgen des Studentenaufstandes von 1973.
Die Parmot (Pramoj)-Brüder waren wieder im Vordergrund. Seni war kurz Premierminister im Jahr 1975 und noch einmal in 1976. Kukrit besetzte die Position etwas länger in der Zwischenzeit. Obwohl er in dieser Periode nicht direkt über Pridi schrieb, erschienen in Kukrits Siam Rath viele Artikel mit Anschuldigungen gegen Pridi, und vehementer Opposition gegen Versuche ihn zu rehabilitieren. Kukrit initiierte auch das Gerücht, dass Pridi planen würde nach Thailand zurück zu kommen um sich selbst als Präsident einzusetzen (20) (Anmerkung: Auch später ein immer wieder gerne erhobener Vorwurf, um unliebsame politische Konkurrenten zu diskreditieren.)
Die Anklagepunkte waren wieder die gleichen: Königsmord und Kommunismus. Kurz nachdem Pridi nach Paris umgezogen war und von Thais besucht worden war, die mit der Regierung in Verbindung standen, warnte Siam Rath: „Falls die Regierung einen ehemaligen Flüchtling, der ein Feind des Thrones ist, zurück kommen lässt, um jemanden Großes in der Regierung zu werden, dann ist das Rebellion gegen den Thron. (21)
Mit einem Thailand, das sich einem kommunistischen Aufstand gegenüber sah, der von China unterstützt wurde, wurde die Anklage wegen Kommunismus noch verfeinert. Pridi wurde nun als williges Werkzeug von Chinas Politik und dem Versuch das Land zu dominieren, dargestellt. (22)
Später im Jahr 1979 verklagte Pridi erfolgreich Kukrit und die Siam Rath, den Historiker Rong Sayamanon und das Bildungsministerium wegen Veröffentlichungen die seinen Namen in Verbindung mit dem Königsmord brachten.
Nach dem Coup und der Rückkehr des Militärs im Jahr 1976 wurde die Erinnerung an Pridi nicht vollkommen unterdrückt. Trotz der Rückkehr der politischen Reaktionäre hatte die Periode 1973 bis 76 etwas intellektuellen Spielraum geschaffen, der sich nicht mehr vollständig unterdrücken ließ. Eine englischsprachige Biographie, die von Pridis Frau geschrieben worden war erschien in einem privaten Verlag in Singapur. (23)
Die erneute Dämonisierung, verbunden mit der Zurückhaltung der radikalen Studenten, Pridi und die Volkspartei anzuerkennen, erlaubte das grundsätzliche Umschreiben von Thailands Geschichte der Verfassungen und des Parlamentarismus. Die Rolle von Pridi und der Volkspartei wurde sorgfältig ausgelöscht. In einer der neueren Versionen wurde darauf Wert gelegt, dass König Prajadhipok die Verfassung im Jahr 1932 gewährt hätte, aber die Volkspartei hätte den Coup unternommen und ihn davon abgehalten und dann das Lob für sich beansprucht. (24) Im Jahr 1976 wurde diese Version der Geschichte in einem offiziellen Geschichtsbuch festgelegt. (25) In einer anderen Version wurden die Ereignisse des Juni 1932 einfach vergessen: Der König alleine hatte die Verfassung gewährt und war der einzige Vorkämpfer für Thailands parlamentarische Tradition.
Pridi und seine Volkspartei erschienen einfach nicht mehr (in der Geschichtsschreibung). Im Jahr 1980 wurde die Statue von König Prajadhipok außerhalb des neuen Parlamentes aufgestellt um dieser Version der Geschichte eine feste Form zu verleihen. (26) Die Errichtung des König Prajdhipok-Institutes im Jahr 1994 (das der politischen Bildung gewidment ist) sollte zur weiteren Bestätigung dienen. (27)
Auszug aus Pridi by Pridi, Selected Writings on Life, Politics and Economy. www.pridi-phoonsuk.org
3. Nakharin Mektrairat, Kanpatiwat sayam pho. So. 2475 (The 1932 Revolution in Siam), Bangkok: Munnithi khrongkan tamra sangkhomsat lae manatsayasat, 1992; Matthew Copeland, „Contested Nationalism and the 1932 Overthrow of the Absolute Monarchy in Siam“, Ph.D. thesis, Australian National University, 1993.
4. Morakot Jewachinda, “Phap lak Pridi Phanomyong kap kan muang Thai 2475-2526” (Das Bild von Pridi Banomyong und der thailändischen Politik 1932-83) M.A. thesis, Chulalongkorn Universität 1994, besonders Absatz 3.
5. Seni Pramot, „bung lang prawatisat“ (Historischer Hintergrund), in Chumnum wannakhadi thang kanmuang (Gesammelte politische Schriften), Bangkok, 1968, 52, 61. Die Polizei versuchte vergeblich eine Verbindung zwischen Leutnant Watcharachai, einem Marineoffizier, der viele Jahre als Pridis Assistent gearbeitet hatte, und dem Königsmord herzustellen.
6 Kukrit Pramot, „Khian tam khao“ (Geschrieben nach den Neuigkeiten), in Kep lek phasom noi (Bits and Pieces), Bangkok: Thaimit, 1959, 470.
7. Morakot, „Phap lak“, 81, 111; R.Kruger, The Devil’s Discus, London: Cassell, 1964.
8. Es wird angenommen, dass Pridi gehört hatte, dass der König plante, den Thron zugunsten seines Bruders aufzugeben, und sich zur Wahl als Parlamentsabgeordneten aufstellen zu lassen. Wie das Gerücht dann ausführte, hätte daraufhin Pridi den Königsmord in Auftrag gegeben, weil die Strategie des Königs seine parlamentarischen Ambitionen blockiert hätten. Morakot, „Phap lak“, 117-8
9. Daniel Fineman, A Special Relationship: the united States and Military Governemnt in Thailand, 1947 – 1958, Honolulu: University of Hawaii Press, 1997.
10. Der Ansatz der USA funktionierte. Thanom Kittikhachorn beschrieb Sipsongpanna als “Chinas Lakai um Thailand zu überfallen.“ Siehe Vorwort zu Bunchuai Sisawat, Lu: khon Thai nai prathet Chin (Lu: Das Thailand in China), Bangkok, 1955. Aber bei der Bandung-Konferenz im April 1954 erklärte Zhou Enlai dem Delegationsführer der Thailänder, Momchao Wanwaithayakon, dass Pridi in Beijing und nicht in Sipsongpanna gewesen wäre, dass die USA ein falsche Spiel gespielt hätten, und dass Thailand eine Delegation nach China senden sollte, um das zu überprüfen. Zhou und Wan dinierten zusammen und tauschten Geschenke aus. Phibun begann darauf hin Beziehungen mit Bejing aufzubauen, und verbreitete sogar die Nachricht, dass Pridi nach Thailand zurück kehren könnte. Aber der Coup von 1957-58 durch von den USA unterstützten General Sarit schnitten diese Möglichkeiten ab, und die Dämonisierung Pridis wurde wieder neu gestartet. Siehe Fineman: A Special Relationship, 172-73, 213, 225-26. Das Resultat war, dass die chinesischen Führer Pridi verboten Thailänder im südlichen China zu besuchen.
11. Im Jahr 1964 zirkulierten Kopien von Rayne Krugers „The Devil’s Discus“ in Bangkok. Ein „Beamter, der nahe an den Ereignissen war“, schrieb eine Notiz für die Regierung über das Buch. Die zitierte Passage stammt aus dieser Notiz, die ohne Angabe eines Autors in der Bangkok Post am 21. Juli 1964 gedruckt worden war. Es erschien auch in der Ausgabe der Kremationsausgabe von Phraya Siwisanwacha in Wat Thepsirin im Jahr 1968. Im Jahr 1933 war Siwisanwacha einer der schärfsten Gegner von Pridis Wirtschaftsplan, den er als „puren Sozialismus“ beschrieb.
12. Als Pridi im Jahr 1972 schrieb, kommentierte er zwei Bürgerliche des 19. Jahrhunderts, die die absolutistische Monarchie kritisiert hatten: „Es scheint so, als ob die Menschen der alten Ordnung K.S.R. Kulap oder Thianwan nicht erwähnen wollen, der in ihrer Jugend von vor über hundert Jahren schon offen für einen Wechsel in der absolutistischen Monarchie eingetreten waren.“
13. Siehe Sulak Sivaraksas Geständnis seines jugendlichen Enthusiasmus, Pridi zu denunzieren. In Seinem Buch Powers That Be: Pridi Banomyong through the Rise and Fall of Thai Democracy, Bangkok: Committee on the Centennial Anniversary of Pridi Banomyong, 1999. Oder auch auf diesen Seiten: http://www.schoenes-thailand.de/news/meinung/im-angesicht-der-macht-pridi-banomyong-von-sulak-sivaraksa.html
14. Suphot Dantrakun, Chiwit lae ngan khong Dr. Pridi Phanomyong (Leben und Werk von Pridi Banomyong), Bangkok: Prachak, 1971. Im Jahr 1973 allein veröffentlichte Suphot nicht weniger als neun Titel über Pridi. Seitdem war er damit fortgefahren. Morakots Bibliografie umfasst 40 Werke von Suphot, alle über Pridi oder eng mit ihm verbunden.
15. Thawatt Mokarapong, History of the Thai Revolution: A Study in Political Behavious, Bangkok: Thai Watana Panich, 1972
16. Duan Bunnag, Than Pridi ratthaburut awuso phu wang phaen sethakit Thai khon raek (Staatsmann Pridi, Ersteller von Thailands erstem Wirtschaftsplan), Bangkok: Samakkitham, 1974
17. Craig J. Reynolds, Thai Radical Discourse: The Real Face of thai Feudalism Today, Ithaca: Cornell University, 1987
18. Seksan Prasertkul, “The transformation of the Thai State and Economic Change (1855-1945)”, Ph.D. Thesis, Cornell University, 1989, besonders Seite 302.
19. Die vielleicht eleganteste Argumentation ist die von Nidhi Eosiwong, “Ratthathammanun chabap watthanatham thai” (Die thailändische Kultur der Verfassung), original in Silpawattham, 13(1), November 1992, nachgedruckt in Nidhi, Chat Thai, muang Thai, haep rian lae anusawari (Thai Nation, Thailand, Schultexte, und Denkmäler), Bangkok: Silpa Watthanatham, 1995.
20. Sulak, Powerst hat Be, 55.
21. Siam Rath, 1. August 1930. Als Puey Ungphakorn, ein früherer Anhänger von Pridi und einer der führenden Technokraten des Landes, Pridi in Paris besuchten, warnte Siam Rath Sapdawichan (30. August 1970) Puey indem es Pridi beschrieb als „Beschuldigter im Fall eines Mordkomplotts von König Ananda Mahidol“. Siam Rath war das Opfer des Glaubens in die eigenen Gerüchte geworden. Pridi war nie ein Angeklagter in einem solchen Fall gewesen, und diese zwei Artikel gaben Pridi die Möglichkeit erfolgreich gegen Kukrit und seine Zeitung zu klagen. Siehe Morakot, „Phap lak“, 185-6; Chiwaprawat yo khong nati Pridi Phanomyong, 71-2.
22. Morakot, “Phap lak”, 181-7
23. Vichitvong na Phombhejara, Pridi Banomyong and the Making of Thailands Modern History, Singapur, 1979 (private Veröffentlichung).
24. Der König selbst gab wenige Tage nach der Übernahme der Macht (durch die Volkspartei) im Jahr 1932 bekannt: „Die Volkspartei und ich haben gemeinsam am gleichen Ziel gearbeitet, nämlich eine Verfassung für unser Land zu erstell, aber ohne dass wir jeweils davon gewusst hatten. Meine Pläne waren auf sehr großen Widerstand der ultra-konservativen und selbst der ausländischen Berater gestoßen, die einen radikalen Wechsel als wenig weise ansahen. Die Menschen wurden natürlich ungeduldig und nahmen die Angelegenheit in ihre eigenen Hände.“ König Prjadhipoks Telegramm an Mr. Und Mrs. Odgen Reid vom 30. Juni 1932, zitiert in Benjamin A. Batson, The End of the Absolute Monarchy in Siam, Singapur: Oxford University Press, 1984, 237.
25. Sonthi Techanan, comp. Phaen phatthana kanmuang pai su kan pokkhrong rabop prachathipatai tam naew phraratchadamri khong phrabatsomdet Phrapokklao chaoyuhua (Pläne for die politsche Entwicklung zu einer Demokratie entsprechend den Ideen von König Rama VII), Bangkok, Thai Kasem, 1976, zitiert in Thongchai Winichakul, “Thai Democracy in Public Memory: Monuments and Their Narratives”, Rede vor 7. International Conference on Thai Studies, Amsterdam, 1999, fn 29.
26. Thongchai, “Thai Democracy”.
27. Ein Artikel, der das Institute sehr lobt beschreibt König Prajadhipok wie er die erste Verfassung dem Volk gewährte, ohne jede andere menschliche Einflussnahme, und anschließend abdankte. Der Artikel kommentiert: „Viele Historiker haben ihre Meinung dazu abgegeben, dass der Grund, warum er zurückgetreten war, darin liegt, dass er die demokratischste Persönlichkeit im Reich zu diesem Zeitpunkt war.
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