04. Pridi: Die Revolution
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Geschichte
Sonntag, den 31. Mai 2009 um 21:59 Uhr
pridi-by-pridi-karikatur.jpg In diesem Teil der Pridi-Reihe wollen wir die erste Erklärung der Volkspartei von 1932 besprechen später zu analysieren welche Folgen diese für die Monarchie und für Pridi hatte. Der Artikel beginnt mit der Einführung aus dem Buch Pridi by Pridi und wird dann die Hintergründe, den Text und die Folgen dieser Erklärung beleuchten.
Im Jahr 1927 trafen sich sechs Freunde in Paris um die Volkspartei (People’s Party) zu gründen und das System der absolutistischen Monarchie durch eine Verfassung zu ersetzen. Pridi wurde der erste Führer der Partei. Im Jahr 1931 wurde die Führerschaft an die militärische Gruppe übergeben, die die Feuerkraft verkörperte.
Am 24. Juni 1932 schrieb Pridi eine „Erklärung“ die als Manifest diente, aber die militärische Effizienz war wichtiger als die öffentliche Unterstützung für den schnellen und unblutigen Sieg. Pridi jedoch war seit der Resolution nach dem ersten Treffen im Jahr 1927 an zwei Dokumenten interessiert, die er als signifikant für den Wechsel in Siam ansah. Das erste Dokument war die Verfassung. Pridi entwarf die Verfassung die der König drei Tage nach der Revolution anerkannte, dessen Titel der König aber das Wort „provisorisch“ hinzufügte. Pridi hatte auch die wichtigste Rolle in dem Entwurf der „permanenten“ Verfassung die im Dezember fertig gestellt worden war. Das zweite Dokument war sein Wirtschaftsplan. Pridi präsentierte den Entwurf zu Beginn des Februars 1933. Zwei Monate stürmischer Diskussionen folgten. Der König schrieb Kommentare die länger waren als der Plan (und die seinen Widerstand gegenüber jedem Punkt aufzeigte, den Pridi vorgeschlagen, mit Ausnahme der Einführung einer Lotterie.) Die Versammlung debattierte das Dokument und die Diskussion wurde hitziger als einige Mitglieder Waffen in die Versammlung mitbrachten. Unmittelbar nach dieser Debatte am 1. April löste der König das Parlament auf. Am Tag danach verabschiedete das Kabinett ein antikommunistisches Gesetz. Am 13. musste Pridi mit einem Schiff nach Frankreich flüchten.

Vorwort

In den Reden und Schriften Pridis, die nach seinem Abschied von China und dem Umzug nach Paris im Jahr 1970 erschienen, war der meistgebrauchte Satz „die Änderung der Regierungsform am 24. Juni 1932“.

Aber dieser Sturz der absolutistischen Monarchie hatte ein schweres Schicksal in Thailands moderner Geschichte. Selbst in jener Zeit war der Status des Ereignisses unsicher. Die bloße Beschreibung des Ereignisses als „die Änderung der Regierungsform“ suggeriert etwas, das weniger als eine revolutionäre Gesinnung war. Das Argument dass die thailändische Sprache das Wort „Revolution“ noch nicht kannte ist nicht sehr überzeugend und kann nur einen Teil erklären. Es war jedoch nach allem ein ungewöhnlich effizientes und wenig spektakuläres Ereignis. Die Bangkok Daily Mail berichtete am Nachmittag, dass „es gab nicht die geringste Aufregung … die Post wurde wie üblich zugestellt … es gab keine Hysterie, keine schlechten Gefühle …“ Diese Ruhe war trügerisch. Monarchistische Kräfte diskutierten eine unmittelbare Antwort, besannen sich dann aber auf eine langfristige Strategie. Die Ereignisse des 24. Juni starteten eine Phase des erbitterten Kampfes zwischen der „alten Ordnung“ und den neuen Männern. Aber mit der erneuten Stärkung der Monarchie seit den 1960iger Jahren, wurde die historische Bedeutung von 1932 immer stärker herunter gespielt. Das Datum des 24. Juni wurde von der Liste der nationalen Feiertage im Jahr 1960 entfernt.

Für die Tradition der Radikalen war das Ereignis auch ein Problem. Versuche es als bürgerliche Revolution oder als ein Schlag im Sinne des Kuomintang gegen eine imperialistische Tradition darzustellen, war problembelastet. Die Tatsache, dass die Entwicklung eines Militarismus und einer Militärdiktatur innerhalb der nächsten sechs Jahre erfolgte, sprach dagegen, das Ereignis in einer radikalen historischen Tradition zu sehen. Vielleicht aus diesem Grund hatte es nur eine ernsthafte akademische Thesis über das Jahr 1932 durch den modernen thailändischen Historiker Nakharin Mektrairat gegeben.

Die Erklärung der Volkspartei, die vorläufige Verfassung und der Entwurf eines Wirtschaftsplan sind originale Dokumente, aber ihre Bedeutung für das Verständnis der Revolution von 1932 ist wenig bekannt. Alle drei hatten nur ein kurzes Leben. Als der König zwei Tage nach der „Veränderung der Regierungsform“ nach Bangkok zurück kam, entschuldigten sich Pridi und die anderen Mitglieder der Volkspartei in einer formellen Erklärung für den Inhalt der ersten Erklärung und alle Kopien wurden vernichtet. Der rhetorische Fundus der Erklärung kommt an keiner Stelle der folgenden Geschichte der Volkspartei wieder vor. Die provisorische Verfassung wurde im Dezember 1932 ersetzt, auch wenn ein großer Teil ihres Inhalts in die permanente Verfassung übernommen worden war. Der Entwurf des Wirtschaftsplanes, war, wie Pridi später feststellte „kein ordentlicher Wirtschaftsplan …. Sondern eher ein vorbereitendes Projekt …ein Entwurf oder ein Vorschlag, auf dem ein Wirtschaftplan aufbauen sollte“ (Asiaweek, 4, Jan. 1980). Auseinandersetzungen über den Plan provozierten eine Krise in der Führung der Partei und diese schickte Pridi von April bis September 1933 in sein Exil. Der Plan bzw. der Entwurf zu einem Plan wurde später nicht mehr diskutiert und nicht veröffentlicht.  Als Pridi später die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik übernahm spiegelten seine Taten nicht die Gedanken und die Empfehlungen seines Planes wieder. Aber er gab seinen Plan nie auf und im spätere Leben äußerte er sich wehmütig darüber, es nicht geschafft zu haben, ausreichende Unterstützung für seinen Plan zu erlangen.

Trotzdem bildeten die Erklärung, die vorläufige Verfassung und der Plan wichtige Leitlinien im zeitgenössischen Denken der frühen 1930iger Jahr. Wie Nakharin ausführte, ist der Plan nicht wirklich ein Plan und in großer Eile verfasst. Wie die Erklärung liest man es vielleicht am besten als Aufbegehren gegen die alte Ordnung. Eine Serie von Themen konnte man durch das Trio der Dokumente verfolgen. Zuerst der große Widerwillen, nicht gegen die Monarchie an sich, sondern gegen die Macht, die Privilegien und den Stolz der parasitären Aristokratie mit königlichem Blut. Wie Matthew Copeland aufzeigte, war dieser große Widerwille in der städtischen Gesellschaft in den vorhergehenden zwei Jahrzehnten zunehmend mächtiger und immer verbreiteter geworden. Der feststellende Satz „Pflügen auf dem Rücken der Menschen“ war nicht das Werk von Pridi, sondern es wurde allgemein benutzt. (Ein Cartoon aus der Thesis von Copeland zeigt dies plastisch auf).

Das zweite Thema aus diesen drei Dokumenten war der starke Glaube in die Macht eines neuen Nationalstaates, der mit einer Verfassung und einem Gesetzbuch bewaffnet war, um sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft zu entwickeln.

Drittens gab es eine alles überschattende Besorgnis für die ländlichen Armen, die den größten Teil der Bevölkerung Siams ausmachte. Viertens gab es ein Gefühl für die Welt außerhalb Siams. Dieses Gefühl entstand einerseits mit dem Wunsch, das westliche Niveau der Zivilisation zu erreichen, und andererseits in dem Wunsch den letzten Abenteuern des westlichen Kolonialismus aus dem Weg zu gehen. Fünftens gab es eine Überzeugung, dass Siam die Vision einer perfekten Gesellschaft benötigte, um Veränderung zu bewirken. Sowohl in der Erklärung als in dem Plan stellte Pridi seine Überzeugung durch ein Konzept des (phra) si-ariya, des zukünftigen Buddha, der ein utopisches Zeitalter ankündigt, dar.

Nakharin und Copeland zeigten, dass solche Ideen unter den urbanen Siamesen in den fünf Jahren vor 1932 weit verbreitet waren. Aber als die Unterdrückung des Planes und der Erklärung fortschritt, konnten diese Ideen die Regierungen, die aus den Ereignissen von 1932 entstanden, nicht leiten. Warum dies nicht der Fall war, ist der Schwerpunkt der späteren Schriften von Pridi.

Die zwei Überlegungen zu den Ereignissen von 1932 die von Pridi zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt geschrieben wurden, sind mehr oder weniger Erinnerungen und Reminiszenzen. Sie wurden geschrieben (oder zumindest vorgestellt) vierzig und fünfzig Jahre nach dem Ereignis. Beide erschienen zu Zeiten als die Militärdiktatur sehr stark waren. Im Jahr 1972, hatten die Generäle gerade einen Coup gegen ihre eigene Regierung gemacht, das Parlament aufgelöst und waren mit dem Schreiben einer neuen Verfassung beschäftigt, die ihre Herrschaft institutionalisieren sollte. Im Jahr 1982, als das Militär immer noch im Auftieg begriffen war, (nach dem Coup und Massaker von 1976,) und damit beschäftig war, sich in Thailands Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stärker einzumischen, ein internes Spionagesystem aufgebaut hatte, rechte Bürgerwehren geschaffen hatte, und allgemein die Unterdrückung (von Demokratie und Freiheit) ihren Höhepunkt erreicht hatte. Gegen diesen Hintergrund zeigte die gefolterte Besorgnis Pridis in diesen retrospektiven Stücken auf, warum die Bewegung von 1932 und seine Vision einer Gesellschaft, die auf einer demokratischen Verfassung und wirtschaftlicher Planung basierte, auf Gesetz und Gleichheit, so vollkommen vernichtet worden war.

Diese beiden Stücke müssen auch gelesen werden als Pridis Verbindung zu einer neuen radikalen Generation. Nachdem er im Mai 1970 nach Paris gezogen war, wurde Pridi erreichbar als Ikon und als Quelle der Inspiration und des Lernen. Viele Akademiker, Intellektuelle und Journalisten pilgerten nach Paris um ihn zu treffen. …….. Thailändische Studentengruppen in Europa begannen ihn um Reden zu bitten, um Artikel und Mitteilungen. Beide der retrospektiven Stücke stammten aus solchen Einladungen. Pridi akzeptierte sie gerne. Seine Sorge, die Geschichte und das Erbe von 1932 zu bewahren war keineswegs krankhaft. Er versuchte seine Erfahrungen an eine neue radikale Generation weiter zu geben. Diese Absicht wird in beiden Stücken sehr klar, ebenso in „Die Ziele der vollen Demokratie der Helden des 14. Oktobers hochhalten“ … und in vielen anderen Schriften, in denen er Siams Erfahrungen in den Kontext der Revolutionen einer modernen Welt setzte.
Die Erklärung im historischen Kontext
Bevor wir die Übersetzung der ersten Erklärung entsprechend der Übersetzung aus Pridi by Pridi vorstellen, die von einer Übersetzung, die 1940 erschienen war leicht abweicht und scheinbar versöhnlicher zu lesen ist, hier vorstellen, sollte der Leser sich klar werden, in welchem Ton ansonsten mit dem König korrespondiert wurde.
 
“… Möge die Macht des Staubes und der Staub unter den Füssen (Anmerkung: Die Füße sind die niedrigsten, unreinsten Körperteile des Menschen, nach thailändischer Tradition. Man zeigt nie mit dem Fuß auf einen Menschen, weil dies zutiefst beleidigend ist. Wer auf eine Münze tritt, riskiert Gefängnis, weil auf der Münze das Bild des Königs geprägt ist.) seiner königlichen Füße meinen Kopf (Anmerkung das edelste Körperteil) beschützen und über meinem Kopf ruhen. (Ein Fuß über einem Kopf ist eine große Beleidigung. Frauenfüße, montiert auf dem Kopf des Königs in einem geschmacklosen Video führten zur monatelangen Blockierung von YouTube im Jahr 2006 und 2007.)

Das war eine übliche Floskel. Auch heute, nach dem Widererstarken der Monarchie, würde eine solche Erklärung sofort mit Lèse Majèsté und Hochverratsanklage verfolgt werden. Wer das Red Siam Manifesto von Giles Ji Ungpakorn gelesen (http://www.schoenes-thailand.de/dokumente/buecher-dokumente/red-siam-manifest-von-giles-ji-ungpakorn/details.html) hat, wird feststellen, dass sich dort nur Forderungen finden, die für eine Demokratie normal und selbstverständlich erscheinen, und doch führte das Manifesto zu einer totalen Ausgrenzung des Wissenschaftlers. Und das 76 Jahre nach dieser Erklärung der Volkspartei:

Ankündigung Nr. 1 der Volkspartei
An alle Menschen

Als der König seinem älteren Bruder folgte, hofften die Menschen zunächst, dass er beschützend regieren würde. Aber die Dinge hatten sich nicht entwickelt wie erhofft. Der König stellt nach wie vor seine Macht über die des Gesetzes. Er beruft Verwandte des Hofes und Kriecher ohne Wissen oder Verdienste auf wichtige Positionen, ohne auf die Stimme des Volkes zu hören. Er erlaubt Beamten ihre Macht in unehrenhafter Absicht zu missbrauchen, indem sie Bestechungsgelder für Regierungsbauten und –käufe akzeptieren, und versuchen ihren Profit aus Veränderungen in Form von Geld zu ziehen. Dies verschleudert das Vermögen des Landes. Er erhebt jene mit königlichem Blut (phuak chao) und verleiht ihnen spezielle Rechte über denen anderer Menschen. Er regiert ohne Prinzipien. Die Angelegenheiten des Landes sind der Gnade des Schicksals ausgeliefert, wie man von der Depression in der Wirtschaft sehen kann und den Problemen, die sich für unser Leben ergeben haben – etwas, das die Menschen bereits allgemein wissen.

Die Regierung des Königs steht über dem Gesetz und ist unfähig Lösungen zu finden und eine Besserung zu erzielen. Diese Unfähigkeit kommt aus der Tatsache, dass der König nicht das Land für die Menschen regiert hat, wie andere Regierungen dies getan hatten. Die Regierung des Königs hat das Volk als Sklaven behandelt (einige nannten sie phrai, einige kha). Sie sehen sie nicht als menschliche Wesen an. Deshalb erntet sie auf dem Rücken der Leute, statt ihnen zu helfen. Man kann das an den Steuern erkennen, die aus den Menschen herausgequetscht werden, während der König Millionen für seine persönliche Verwendung jedes Jahr verschwendet. Während die Menschen Blut schwitzen müssen, um nur ein bisschen Geld zu verdienen.

Gleichzeitig beschlagnahmt die Regierung Eigentum der Menschen, die die Regierungssteuer oder Einkommenssteuer nicht zahlen können und zwingt sie zu sozialen Arbeiten. Aber jene mit königlichem Blut schlafen und essen fröhlich weiter. Es gibt kein Land in der Welt, in der die königlichen Herrschaften so viel Geld erhalten, außer im Fall des Zars (von Russland) und dem deutschen Kaiser, deren Völker sie bereits entmachtet haben.

Die Regierung des Königs regiert auf eine Weise, die unentschlossen und nicht zum Vorteil der Menschen ist. Zum Beispiel sagt sie, dass sie die Lebensbedingungen verbessern würde auf diese und auf jene Art. Aber so wie die Zeit verstreicht, die die Menschen gewartet haben, passierte nichts. Die Regierung hat nie etwas wirklich Ernsthaftes unternommen (in diese Richtung.) Darüber hinaus hat sie die Menschen beleidigt – indem sie Menschen die Gnade erwies, Steuern zur Verwendung durch die königliche Familie zu zahlen – und erklärte, dass die Menschen einfach nicht so viel wüssten, wie die Menschen mit königlichem Blut. Aber dies ist nicht darin begründet, dass die Menschen dumm sind, sondern weil sie keine Bildung erhalten, die für jene mit königlichem Blut vorbehalten ist. Die Regierung hat den Menschen nicht erlaubt vollständig zu studieren, weil sie Angst hatte, dass die Menschen, die Bildung haben erfahren könnten, welche schlechte Dinge sie tun, und dass sie dann nicht mehr auf deren Rücken ihre Früchte würden eintreiben können.

Sie, alle Menschen, sollten wissen, dass das Land allen Menschen gehört, nicht dem König, wie betrügerisch erklärt wird. Es waren die Vorfahren der Menschen die die Unabhängigkeit des Landes vor ausländischen Feinden beschützten. Jene mit königlichem Blut ernten wo sie nicht gesät haben und häufen Wohlstand und Eigentum in Höhe von hunderten von Millionen an. Woher kam das Geld? Es kam von den Menschen und deren Bauernhöfen, und weil sie auf dem Rücken der Leute ernteten.

Das Land erlebt eine Krise. Die Eltern von Bauern und Soldaten müssen ihre Reisfelder aufgeben weil die Bestellung ihnen keinen Gewinn mehr bringt. Die Regierung tut nichts um zu helfen. Die Regierung schickt Menschen in Überschwemmungsgebiete. Studenten die ihre Studien beendet haben und Soldaten die aus der Armee entlassen werden haben keine Anstellung. Sie müssen hungern weil es ihr Schicksal ist.

Diese Dinge resultieren aus der Regierung, dessen König über dem Gesetz steht. Die Regierung unterdrückt die kleinen Staatsbeamten. Die einfachen Soldaten und Angestellten werden entlassen, und keine Pension wird ihnen gezahlt. In Wahrheit sollte die Regierung das Geld benutzten, das es hat, um dem Land Arbeitsplätze zu verschaffen. Dies wäre angemessen um den Menschen, die Steuern gezahlt haben, um die Monarchisten so lange reich zu machen, dies zurück zu zahlen. Aber jene mit königlichem Blut tun nichts. Sie machen weiter damit Blut zu saugen. So viel Geld sie verdienen, bringen sie es außer Landes und bereiten sich darauf vor, aus dem Land zu flüchten, während das Land zerfällt und die Menschen hungern. All das ist von Grund auf Schlecht.

Deshalb hat das Volk, die Regierungsbeamten, Soldaten und Bürger, die diese Schlechtigkeit der Regierung kennen, sich zusammen getan um die Volkspartei zu gründen und haben die Macht von der Regierung des Königs übernommen. Die Volkspartei sieht, dass um diese Missstände zu beseitigen, eine Regierung etabliert werden muss, die aus einer Versammlung entsteht, damit viel Wissen debattieren und dazu beitragen kann, was besser ist, als nur auf einem Wissen zu basieren. Was das Staatsoberhaupt angeht, so hat die Volkspartei keinen Wunsch den Thron abzuschaffen. Deshalb lädt sie den König ein, seine Position zu behalten. Aber er muss dies unter dem Gesetz der Verfassung für die Regierung des Landes tun, und kann nichts unabhängig, ohne die Zustimmung der Volksversammlung veranlassen.

Die Volkspartei hat den König bereits über seine Ansicht informiert und wartet derzeit auf eine Antwort. Falls der König mit einer Weigerung antwortet, oder nicht innerhalb der gegebenen Zeit reagiert, aus dem selbstsüchtigen Grund, weil seine Macht reduziert wird, wird, betrachten wir das als Verrat an der Nation, und es wird für das Land notwendig werden, eine republikanische Staatsform anzunehmen, d.h. das Staatsoberhaupt wird ein normaler Bürger werden, der durch das Parlament bestellt wird und die Position für eine bestimmte Zeit inne haben wird. .

Auf diese Weise können die Menschen hoffen, dass für sie in bester Weise gedient wird. Jeder wird eine Beschäftigung haben, weil unser Land ein Land ist, das alles im Überfluss hat. Wenn wir das Geld derjenigen mit königlichem Blut eingesammelt haben, die es auf dem Rücken der Menschen erpresst haben, und diese hunderte von Millionen dazu benutzten um das Land zu ernähren, wird das Land erblühen. Die Regierung die die Volkspartei einsetzen wird, wird Projekte auf Prinzipien aufbauen, und nicht wie ein Blinder agieren, wie die Regierung es tat, mit dem König über dem Gesetz stehend. Die Hauptprinzipien der Volkspartei sind folgende:
1. Die Unabhängigkeit des Landes muss gewahrt werden, und das in jeder Hinsicht, d.h. in politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher.
2. Die öffentliche Sicherheit muss erhalten werden und die Kriminalität muss eingedämmt werden.
3. Der Wohlstand der Menschen muss angehoben werden, indem Arbeit für alle geschaffen werden muss, und ein nationaler Wirtschaftsplan muss aufgestellt werden, der die Menschen vor dem Hunger schützt.
4. Die Regierung muss die Menschen mit gleichen Rechten ausstatten (so dass jene mit königlichem Blut nicht mehr Rechte haben als die normalen Menschen)
5. Für die Menschen muss Freiheit und Frieden geschaffen werden, soweit dies nicht mit den vorstehenden vier Prinzipien in Widerspruch steht.
6. Den Menschen muss die Chance auf eine vollständige Bildung gegeben werden.
Alle Menschen sollten bereit sein der Volkspartei dabei zu helfen, ihre Arbeit erfolgreich auszuführen, die für immer andauern wird. Die Volkspartei fordert jeden auf, der nicht bei der Machtübernahme der Regierung des Königs, der über dem Gesetz steht, beteiligt war, Ruhe zu bewahren und weiter seinem Lebensunterhalt nachzugehen. Tun Sie nichts um die Volkspartei zu behindern. Wenn sie dies beherzigen, werden die Menschen dem Land helfen, den Menschen, ihren eigenen Kindern, Enkeln und Urenkeln. Das Land braucht eine vollkommene Unabhängigkeit. Menschen werden in Sicherheit leben. Jeder wird gleiche Rechte haben und davon befreit sein, Leibeigene (phrai) und Sklaven (kha, that) der Königsfamilie zu sein. Die Zeit ist beendet, während jene mit königlichem Blut auf dem Rücken der Menschen ernten konnten. Dasjenige was jeder sich wünscht, die größte Freude und der größte Fortschritt kann si-ariya genannt werden, und er wird für jeden entstehen.

Die Volkspartei
24. Juni 1932
Aus Pridi by Pridi .... Fortsetzung folgt

Alle Artikel der Reihe Pridi Copyright 2009 Mark Teufel
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