Am 24.06.1932 Pridi mit der Volkspartei das Ende der thailändischen absolutistischen Monarchie, mit der diese in eine konstitutionelle umgewandelt werden sollte. Am 03.07.1932 schrieb er einen Brief an seine Frau Phoonsuk, die nichts von der Revolution wusste. Dieser Brief ist sehr privat und doch wichtig für das Verständnis des Menschen Pridi Banomyong. Er zeigt seine Begeisterung und Bereitschaft alles zu opfern für was er am Besten für sein Vaterland hielt. Es sollte nicht das Letzte Mal sein, dass Pridi sein Leben für sein Vaterland einsetzte. Und ein Interview soll uns eine Idee davon geben, wie ein junger Mann, dessen Vater Reisbauer war, auf den Gedanken kam sich für die einfachen Menschen des Landes einzusetzen.
Liebe Phoonsuk,
Es tut mir furchtbar leid, dass ich dir an jenem Tag nicht die Wahrheit sagen konnte, und statt dessen sagte, ich würde nach
Ayutthaya gehen. Denn ich hatte gefürchtet, dass, würde ich dir die Wahrheit sagen, ich nicht in der Lage gewesen wäre, das Haus zu verlassen. Und dann wären mit Sicherheit schlimme Dinge passiert. Dann hätten die Offiziere mich am nächsten Tag um 10 Uhr gefangen genommen, wie wir jetzt wissen.
Was ich dieses Mal getan habe, war für die Nation und die Mehrheit der Menschen. Ich dachte, wir werden nur einmal geboren und wenn es eine Gelegenheit dazu gibt, so etwas zu tun, dann muss man das tun. Ich kann mich doch nicht wie ein Abschaum der Erde (nak lok) benehmen. Ich habe dir nicht vom Beginn an alles erzählt, weil ich fürchtete, dass du Angst haben würdest und wenn die Neuigkeiten deiner Angst aus dem Haus schleichen, hätte das alles verdorben, was wir geplant hatten.
Ich hatte über alles nachgedacht, bevor ich das machte. Ich habe auch Pläne für den Fall meines Todes gemacht, damit noch genug Geld da wäre, um dich und die Kinder zu versorgen. Ich habe eine Lebensversicherung und Bargeld in der Bank, das ich auf Euch zwei drei Tage vor dem Ereignis übertragen hatte. Was die Druckerpresse angeht, muss ich dich bitten, danach zu schauen. Was ich angewiesen hatte bedeutet, dass du das Siegel für den Empfang und das Versenden von Nachnahmen verwenden kannst, aber für nichts anderes. Geld wird dir gebracht werden. Neben dem Geld und den Nachnahmesendungen habe ich eine Überweisung von 15000 Baht an dich vorbereitet. Außerdem habe ich gebeten, mein Gehalt vollständig an dich zu senden. Wichit sagte, dass die Kosten für den Versand von Nachnahme bei 300 Baht liegen würde. Ich bat ihn, sich keine Gedanken darüber zumachen. Und er sollte das Geld von Luang Prakop holen und wenn es nicht genügen würde, sein eigenes vorschießen. Alles was übrig ist, wird zu dir gebracht werden.
Bitte missverstehe mich nicht. Bitte verstehe, dass du von jetzt an auf die Druckerpresse achten musst und alle Entscheidungen fällen musst. Ich habe dir das am Anfang nicht gesagt, einfach weil ich keine Zeit hatte. Es gab so viel Arbeit zu tun und ich habe nicht alles fertig bekommen.
Jetzt im Augenblick bin ich gerade etwas weniger beschäftigt, deshalb habe ich mir etwas Zeit genommen um dir diesen Brief zu schreiben. Ich vermisse dich und die Kinder. Ich will unbedingt zurück kommen nach Hause, aber ich dachte, dass es in diesem Moment besser wäre, hier bei den Soldaten zu bleiben. Bitte stelle dir einfach vor, ich wäre ins Kloster gegangen um eine Weile als Mönch zu leben. Bevor ich diesen Versucht gestartet habe, hatte ich dich gefragt, was du sagen würdest, wenn ich für sechs Monate als Mönch ins Kloster gehen würde. Du hast geantwortet, dass du einverstanden wärst.
Was ich dieses Mal gemacht habe, ist mehr als in ein Kloster zu gehen. Wir haben gute Werke (kuson) gemacht. Die Meriten, die wir für die Nation erbracht haben wird auf die Kinder und Enkel weiter gegeben werden. Auch meine Frau wird einen Teil davon erhalten.
Um die Wahrheit zu sagen: Ich beschwerte mich jeden Tag beim militärischen Anführer dass du unglücklich sein musst. Aber was kann ich tun? Wir handeln für die Nation. Viele Millionen anderer Menschen haben diese Möglichkeit nicht in ihrem Leben. Bald, wenn die Dinge sich beruhigt haben, werden wir normal wieder zusammen leben. Bitte denke an die Nation und welche großartige Sache für die Menschen entsteht.
Ich habe mit allem schon in Paris begonnen. Nachdem ich mich entschlossen hatte, diesen Schritt zu gehen, konnte ich meine Ehre nicht aufgeben. Politik ist Politik. Privatsache ist Privatsache.
Immer wenn jemand von zu Hause hier ankommt, um uns zu besuchen frage ich nach dir. Ich vermisse auch immer Nu und Parl. Ich bin keineswegs ruhig und gefasst.
Wegen der Druckerpresse solltest du wirklich zustimmen, dich darum zu kümmern.
Ich denke immer an dich.
Pridi
Ich habe diesen Brief aus dem Buch Pridi by Pridi ausgewählt, weil er ein bestimmtes Detail enthält, das erstaunlich ist. Obwohl Buddhist, erklärte er, dass „man nur einmal lebt.“ Man hätte erwartet, dass er seine Tat rechtfertigt mit dem Ziel Meriten zu sammeln und der Erleuchtung näher zu kommen. Ob es eine Überinterpretation ist, oder die Wahrheit, werden wir hoffentlich durch weitere Berichte über sein Leben in Frankreich erfahren. Möglicherweise hat ihn die Zeit in Paris noch stärker beeinflusst als das bisher bekannt ist.
Pridi Banomyong wurde in Ayutthaya am 11. Mai 1900 geboren. Er war ein brillanter Schüler und beendete die höhere Schule zwei Jahre vor der Normzeit, und die Hochschule für Recht ein Jahr vor dem Mindestalter von 20 Jahren die für die Arbeit als Anwalt notwendig war. Im Jahr 1920 gewann er ein Stipendium vom Justizministerium um Recht in Frankreich zu studieren. Er war der Beste in dem Kurs „vergleichendes Recht“. Er wurde Anführer in der kleinen thailändischen Studentengemeinde in Europa. Im Jahr 1926 wurde er fast zurück geschickt, weil er den thailändischen Botschafter in Paris wegen der Unterhaltsbeihilfen angegriffen hatte.
Im Jahr 1927 kehrte er nach Siam mit einem Doktortitel in Recht und einem Diplom in politischer Ökonomie zurück. Er trat in den Regierungsdienst im Justizministerium ein, arbeitete kurzzeitig bei Gericht, wurde dann in die Abteilung zum Entwurf von Gesetzen versetzt. Während der nächsten vier Jahre stellte er eine Sammlung des Zivilrechts zusammen, lehrte an der Hochschule für Recht des Justizministeriums und begann einen Kurs über Verwaltungsrecht mit den Themen, Verfassungen, die Rolle des Rechts, Grundlagen der politischen Ökonomie und politisches Recht. Er wurde schnell befördert und wie alle Beamte mit einem bestimmten Dienstgrad erhielt er einen offiziellen Titel: Luang Praditmanutham. Im Jahr 1928 heiratete er Phoonsuk, die Tochter eines entfernten Onkels der eine der führenden Persönlichkeiten in Ayutthaya war, und der der Pate von Pridis Ausbildung war.
Auszüge aus einem Interview mit Pridi aus dem Jahr 1981, in dem er über seine frühen Jahre berichtet:
PRIDI: Phraya Chaiwichit Sitthisattra, früher Nak genannt, war Phonsuks (Pridis Frau) Großvater väterlicherseits. Zu der Zeit hielt er den Rang eines Luang Wisetsali, er war als Attaché an der siamesischen Botschaft in London. Am 8. Januar 1885 schloss er sich drei Brüdern des Königs an, einem Prinzen und einem Beamten der Botschaft in London, sowie sechs Beamten der Botschaft in Paris – insgesamt 11 Leute – die eine Petition an König Rama V schickten, um die absolutistische Monarchie in eine Form zu überführen, die sie „konstitutionelle Monarchie“ nannten, wobei sie den englischen Ausdruck verwandten. Zu dieser Zeit hatte niemand an ein solches Wort in thailändischer gedacht, das „Verfassung“ übersetzen könnte. In der Petition bezogen sie sich auf eine Monarchie, deren Macht limitert wäre und nannten es „limitierte Monarchie“, aus dem Englischen übernommen.
König Rama V war nicht mit einer Änderung der Regierungsform einverstanden, wie sie das vorgeschlagen hatten. Jedoch, als Luang Wisetsali nach Siam zurückgekehrt war, hatte er es seiner engeren Familie erklärt und, berichtet, dass nach dem, was er gesehen hatte, ein Regierungssystem mit einem Parlament für die Menschen nützlich wäre. Mein Vater war einer, der das hörte, und der es mir als einen Leitfaden mitgab, als ich meine Studienzeit begann. Nachdem Luang Wisetsali nach Siam zurück gekehrt war, diente er im Ministerium der Hauptstadt und wurde immer weiter befördert, bis er Phraya Chaiwichit Sitthisattra und Gouverneur von Ayutthaya wurde.
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Meine Großeltern väterlicherseits hatten verschieden Söhne und Töchter die das Erbe teilten. Einige erhielten ihren Status als niedriger Adel. Einige verloren ihr Kapital und wurden gescheiterte Kapitalisten. Mein Vater entschloss sich Reisbauer zu werden und erlitt das Schicksal eines Reisbauern. Das hatte einen großen Einfluss auf die Familie. Ich erkannte, dass meine Eltern nicht wohlhabend waren. Und wenn ich bei meinem Vater lebte, sah ich die Nöte eines Bauern.
Welchen wirtschaftlichen Status auch die Familie meiner Eltern hatten, sie richteten sich streng nach den Regeln des Buddhismus. Ich kann mich daran erinnern von der Zeit seit ich eine Erinnerung habe.
CHATTHIP: Haben Sie jemals als Reisbauer gearbeitet?
PRIDI: Ja, aber es ist besser, wenn Sie erst den Hintergrund erfahren. Lassen Sie meine Frau etwas vorlesen.
PHOONSUK (liest): Nai Siang, Pridis Vater, wollte nicht in den Regierungsdienst gehen, weil er das Abenteuer liebte. Deshalb begann er Holz abzubauen, nachdem er Pridis Mutter geheiratet und das erste Kind bekommen hatte, und zwar in der Gegend von Phraphutthabat, einem Gebiet, in dem Malaria weit verbreitet war. Aber zu dieser Zeit lohnte sich der Holzabbau nicht wegen der Malaria, also entschloss er sich auf Reisanbau umzusteigen und zwar in Tha Luang, wo ein Onkel mit dem Namen Phung (Khun Prasoet) sich schon niedergelassen hatte. Damals gab es noch keine Bewässerung.
PRIDI: Haben sie schon von Tha Luang gehört?
CHATTHIP: Tha Luang, wo die Fabriken stehen?
PRIDI: Damals gab es dort noch keine Zementfabriken, keine Dämme. Der Palast wurde Tha Luang (königliches Land) genannte, was soviel hieß, dass es das Land des Königs wäre. Aus alter Zeit stammte eine Straße, die Tha Luang durchschnitt und nach Phraphutthabat führte, in einer Distanz von 16 Kilometer. Als ich noch klein war, nannte ich sie die Straße des Ausländers mit zwei Pfeifen. Das Tambon wurde Tha Luang genannt. Wenn die Könige nach Phraphutthabat gingen, starteten sie von dem Platz der jetzt Tha Rua (Bootsanlegestelle) heißt. …
PHONSUK (liest weiter): Damals gab es keine Bewässerung. Der Regenfall blieb zwei Jahre hintereinander aus, und es gab keine Erträge aus den Reisfeldern. Nai Siang ging dann um seine Sorgen Chaokhun Chaiwichit (Nak) zu erzählen, damit er für ihn Arbeit finden könnte, um seine Familie zu ernähern. Chaokhun hatte sich bereits vor einigen Jahren vom Staatsdienst zur Ruhe gesetzt. Er riet ihm, falls er das Abenteuer noch liebte, sollte er gehen und das Land um Amphoe Uthai zu roden, das Grasland für Elephanten war. Er schlug vor, dass Nai Ho, Siangs älterer Bruder mitgehen sollte. Und er erlaubte seinem jüngsten Sohn Khun Daeng (der später als Luang Pranityothakit in den Regierungsdienst eintrat), auch mit zu gehen. Die drei sollten das gerodete Land unter sich aufteilen. Die drei stimmten Chaokhuns Vorschlag zu. Nachdem sie das Land gesäubert und die Elefanten besiegt hatten, so dass sich die Herde aus dem Gebiet zurück gezogen hatte, teilten sie das Land auf. Khun Daeng erhielt das Land um Landaeng. Aber die Elefanten machten ihm ständig Ärger, besonders wenn der Reis austrieb und saftig grün war. Ganze Herden von Elefanten kamen um den Reis zu fressen, den er gepflanzt hatte.
Später richtete die Regierung Amphoe Wang Noi ein, und das Gebiet von Lamdeang und Lamchamaeck, das in der Amphoe Uthai lag, wurde zur Amphoe Wang Noi übertragen. Später grub die Siam Land Canals and Irrigation Company einen Kanal in das Gebiet das Daeng, Ho und Siang gesäubert hatten und für sich beanspruchten. Die Konzession, die die Regierung der Firma gegeben hatte, enthielt einen Artikel, dass in einem Gebiet in der die Firma einen Kanal gräbt, sie vierzig Meter des Landes auf jeder Seite beanspruchen kann. Aber die Leute, die schon ihr Land abgesteckt hatten, denen erlaubte die Bewässerungsgesellschaft, das Land zu behalten, wenn sie eine Gebühr von vier Baht pro Rai bezahlten, um die Kosten für den Kanalbau abzudecken. Um das Eigentumsrecht über das Land, das Daeng, Sun Ho und Siang abgesteckt hatten, zu behalten, zahlte Chaokhun Krung (Phraya Chaiwichit, Nak) der Gesellschaft in ihrem Auftrag ca. für zwei hundert Rai.für jeden. Nai Siang hatte viele Ideen wie man den Reisanbau verbessern konnte. Immer wenn er eine Idee hatte, ging er nach Bangkok, um den Rat von Chaophraya Yommarat einzuholen. Wie dieser in der Geschichte von Nai Siang festhielt, war Nai Siang eine Person mit vielen Interessen. Pridi erfuhr verschiedene Ideen die der Vater über Reisanbau hatte.
PRIDI: Lassen Sie mich über die Grundlagen der Siam Land, Canals and Irrigation Comapany berichten. Zu dieser Zeit waren in den Gebieten des Chaophraya Flusses, weit weg vom Fluss, viel ungenutztes Land. König Rama V vergab Konessionen zum Graben von Kanälen an verschiedene Kapitalisten neben der Siam Land, Canals and Irrigation Company. Einer der eine Konzession erhielt war Phraya Banlu. Als der Kanal gebaut wurde, gehörte das Land 30 oder vierzig sen (Meter) an jeder Seite dem Eigentümer der Firma, die den Kanal gebaut hatte. Die ganze Rangsit-Ebene, die heute so fruchtbar ist, war damals Grasland mit Elefanten.
Im Jahr 1920, als ich das Stipendium erhielt, um in Frankreich zu studieren, bevor ich Siam verließ, ging ich nach Hause nach Ayutthaya und ich konnte noch die Elefanten in den Reisfeldern beobachten. Ich kann mich an ihre Silhouette erinnern. Und meist sah ich sie als Paar. Wenn die Pflanzen austrieben, würden viele von ihnen kommen.
Die Siam Land, Canals und Irrigation Company hatte drei Hauptanteilseigner: Phraongchao Saisanitwong, sein ältester Sohn, M.R. Suwaphan, und Phra Patipat Ratchaprasong, der ein Deutscher (eigentlich Österreicher) war und Müller hieß. Aber wenn jemand schon ein Grundstück abgesteckt war, wie das von meinem Vater und meinen Onkeln, mussten sie die Elefanten verjagen. Ich war damals jung, aber es war so.
Um Land zu beanspruchen, das ungenutzt war, musste man die Elefanten verjagen. Wenn die Firma die Kanäle gegraben hatte, wurde das Land Eigentum der Kanalbaufirma. Und diejenigen, die das Land vorher beansprucht hatten, mussten eine „Landregistrierungsgebühr“ von vier Baht pro Rai bezahlen. Das war die Geschichte. Mein Vater hatte schon Land dort, aber schon das Kultivieren von einhundert Rai war zu viel. In manchen Jahren verpachtete er einiges. Aber zunächst baute er selbst an. Er hatte fünf oder sechs Wasserbüffel. Ich kann mich daran erinnern, dass sie gestohlen wurden. Reisbauern hatten viele Probleme, einschließlich dem Diebstahl von Wasserbüffeln.
CHATTHIP: Bitte erzählen Sie uns von den Reisbauern, die sie in der Zentralregion besucht haben.
PRIDI: Der Begriff „Zentralregion“ muss näher eingegrenzt werden. Die Zentralregion ist riesig. Man muss sich bewusst werden, dass gutes und schlechtes Land verteilt wurde. Nachdem Sie mir zugehört haben, müssen Sie hingehen, und das selbst nachforschen.
In früheren Zeiten sah man sich die Art der Grundsteuer an, den die Leute bezahlen mussten, also ob es kuko oder fangloi war, wenn man wissen wollte, ob das Land gut oder schlecht war. Kuko-Land bedeutete, dass wer auch immer das Land besaß, zum Beispiel zehn Rai, dann zog man von dem Steuern für die vollen 10 Rai ein. Für Fangloi-Land sammelte man Steuer nach Umfang der Ernte ein. Der Kamnan hatte die Pflicht des sena, also des Messens, wie viel Land jeder jedes Jahr hatte. Kuko wurde in drei Qualitätsgrade eingeteilt und Fangloi in fünf Grade. Ich erinner mich, dass man für Grad-Fünf-Land in der Regel einen Salung zahlte, (ca. ¼ Baht.) und zwar für jeden Rai der gemessen wurde. Für nicht kultiviertes Land musste man nichts bezahlen.
In Wang Noi, wo mein Vater war, zahlte er für Grad fünf weil das Land nicht sehr gut war. Wenn man einen Brunnen grub, war der Boden sehr salzig. Also durfte man, um in der Trockensaison Wasser zu gewinnen, nur halb-tief graben. Das Wasser war brackig. Die Reisfelder in der Amphoe und rund um Ayutthaya waren kuko, weil das Wasser in der Regensaison vom Norden herunter kam und es überflutete. Das Land wurde dabei nicht beschädigt, außer bei wirklich schlimmen Überflutungen. Außerdem sollten Sie etwas über Reisstämme wissen. Reisbauern benutzten Stämme die mit dem Wasser mit wuchsen.
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PHOONSUK (liest): Bevor Pridi zum Studium nach Frankreich ging, da wuchs in ihm das Wissen und Bewusstsein, dass es angemessen wäre, das Regierungssystem zu ändern, in dem der König über dem Gesetz stand, in ein System, in dem der König unter dem Gesetz stand. Dieses Bewusstsein wuchs in verschiedenen Stadien wie folgt:
Während Pridi in der Grundschule war, hörte er wie sein Vater mit den Bauern darüber redete und sich beschwerte, welche Schwierigkeiten sie hatten, um den Lebensunterhalt zu verdienen. Sein Vater sagte den Bauern wie er von Chaokhun gehört hatte, dass es in England ein Parlament gab, eine Versammlung, für die die Menschen Repräsentanten entsandten. Wer auch immer ein ernsthaftes Problem hatte, konnte sich an seinen Abgeordneten wenden, um eine Anfrage bei der Regierung zu stellen. Zu dieser Zeit war Pridi noch ein kleiner Junge und hatte an diesen Dingen kein Interesse. Erst später würde er sich wieder daran erinnern.
Als Pridi später die Mittelschule besuchte und Geographie lernen musste, und dass etwas ausführlicher und zusammen mit der Geschichte der Welt, da brachte ihm der Lehrer bei, dass das Regierungssystem in verschiedene Typen eingeteilt werden könnte:
1. Der König über dem Gesetz, bekannt als Absolutismus
2. Der König innerhalb des Gesetzes des Landes
3. Führer, die von den Menschen gewählt werden, bekannt als „Republik“ (Damals in Thai als prachathipatai übersetzt; später nach 1932 wurde das Wort Republik in thailändisch als satharanarat übersetzt. Ein Rat von Ministern regierte das Land unter Genehmigung durch das Parlament.
Dann im Jahr 1912, gab es zwei wichtige Ereignisse, die Pridi das Interesse einimpften, das Regierungssystem, in dem der König über dem Recht steht, zu verändern.
Zunächst berichteten die Zeitschriften ständig aufregende Geschichten über den Krieg in China zwischen der Kuomintang unter der Führerschaft von Sun yat Sen und dem Manchu Kaiserhof. Einige progressive Lehrer verfolgten diese Nachrichten und analysierten für die Studenten, welche Seite gewann oder verlor an jedem Tag. Das weckte das Interesse bei Pridi und anderen Studenten, sich mit den Nachrichten zu beschäftigten.
In Ayutthaya machten die Chinesen von der Kuomintang von sich reden, als sie einen öffentlichen Raum im Hua Ro Markt als Vorlesungsraum mieteten. Und dort Fotos von den Kämpfen an Interessierte verteilten. Die Chinesische Oper, die regelmäßig von chinesischen Künstlern in Wat Choeng (Wat Phananchoeng) vorgeführt wurde, änderte ihr Drehbuch um sich den Zuständen der Kämpfe zwischen der Kuomintang und den kaiserlichen Armeen anzupassen. Die Zuschauer liebten es. Kurz darauf musste das Manchu Kaiserreich die Niederlage zugeben. Ein progressiver Lehrer erzählte Pridi, dass der Absolutismus in China schon beendet wäre, und nur noch Russland und Thailand übrig geblieben wären. Der Lehrer konnte nicht sagen, in welchem der beiden Länder der Absolutismus zuerst zu Ende gehen würde.
Zweitens, gegen Ende von 1912, erreichten Nachrichten Pridis Haus in Ayutthaya, dass einige Offiziere zusammen mit Zivilisten geplant hätten, die absolutistische Monarchie zu ändern, in ein System, in dem der König innerhalb des Gesetzes (Anmerkung: Statt über dem Gesetz) steht. Aber bevor sie den Versuch starten konnten, wurden sie von der Regierung verhaftet, vor ein Sondergericht gestellt und wegen einer ernsthaften Straftat für schuldig gesprochen. Pridi entwickelte großes Interesse an diesen Nachrichten, weil er sah, dass Siam eine Ro.So. 130 Gruppe hatte, die patriotisch und mutig genug gewesen war, den Versuch zu wagen, die absolutistische Monarchie zu beenden. Und nur eine Person in der Gruppe hatte sie an die Regierung verraten. Pridi versuchte weitere Informationen über die Leute zu bekommen, denn er hatte große Sympathie für sie.
Später im Jahr 1915 und 16 half Pridi seinem Vater auf der Reisfarm mit dem Anbau von Reis, bevor er die Hochschule für Recht beim Justizministerium besuchte. ….
PRIDI: Das war als ich die höhere Schule absolviert hatte. Normalerweise konnte jeder überall studieren (Anmerkung: wenn man das Geld dazu hatte). Aber ich war erst 15 Jahre alt. Ich konnte noch in keine öffentliche Hochschule eintreten. Also ging ich auf die (Reis)Felder, um mich nützlich zu machen. Als ich dann 17 oder 18 Jahre alt war, ging ich zur Hochschule für Recht.
PHOONSUK (liest vor): Dies war die Lektion, die Pridi über die Schwierigkeiten und die Entbehrungen lernte, denen die Landbevölkerung ausgesetzt war.
Auf einem Gebiet von ca. einer Million Rai (1 Rai = 1650 qm) das unter der Siam Land, Canals und Irrigation Company verwaltet wurde, waren 60% der Bauern Pächter. Das ist ein Unterschied zu anderen Gebieten, in denen es weniger Pächter (und mehr Eigentümer) gab, wo Menschen Land urbar gemacht hatten und ihre Claims abgesteckt hatten um ein Eigentum daran zu beanspruchen.
PRIDI: In den Amphoes Sena, Bakhai, Rop Krung, Bang Pa-in in der Nähe der Flüsse und Kanäle, kann man viele Häuser aus Holz sehen.
PHOONSUK (liest vor): Ob die Bauern ihr Land als Eigentum oder Pächter von jemanden mieteten, sie alle hatten gegen Schwierigkeiten zu kämpfen, die gleich beschrieben werden. Aber die Bauern, die Land gepachtet hatten, mussten zusätzlich noch die Pacht für das Land bezahlen, und das in Form von Reis oder Geld. Viele Landeigentümer beuteten sie aus.
In der Trockenzeit litten die Bauern, die weit von Kanälen entfernt waren, unter dem Mangel an Trinkwasser für Menschen und Tiere. In der Regenzeit riskierten sie, dass zu wenig Regen fiel, oder zu viel Regen ihre Felder verwüstete, dass Schädlinge (plia) die jungen Pflanzen fraßen, und Wasserbüffel an Epidemien starben, die auf den Mangel an Wasser zurückzuführen waren.
Es war den Bauern unmöglich, sich selbst zu helfen. Ihre Produktion deckte nicht die Arbeit, die sie hinein steckten. Beim Start der nächsten Saison mussten Sie von jenen, die etwas Geld hatten, Geld auf ihr Haus borgen, und sie mussten hohe Zinsen zahlen. Gleichzeitig mussten sie damit rechnen, im nächsten Jahr wieder vor den gleichen Problemen zu stehen. Die Schulden türmten sich immer höher auf. Die Regierung konnte nicht helfen.
Diebe gab es überall. Es gab welche, die lebten davon, den Bauern die Büffel zu stehlen, um dann ein Lösegeld zu verlangen. Bauern mussten (wieder) Geld leihen um das Lösegeld zu zahlen, was ihre Schulden weiter erhöhte. Die Regierung konnte nicht helfen.
In einem Jahr, wenn die Bauern genug Reis hatten, mussten sie den Reis an einen Händler verkaufen der den Vorteil hatte, es wiegen, bewerten und bezahlen zu können.
Wenn sie den Reis nicht zu einer Reismühle schickten, dann hatten die Müller einen Trick, um die Farmer zu betrügen. Sie forderten kein Geld für das Mahlen, sondern behielten statt dessen die Hülsen, das Spreu, und den beschädigten Reis. Die meisten Bauern waren glücklich, nichts für das Mahlen bezahlen zu müssen. Aber in Wahrheit produzierten die Müller durch die Einstellung ihrer Maschinen mehr „Ausschuss“ so dass die Mühle einen großen Profit machte.
Jedes Jahr starben Bauern an Epidemien.
Bauern standen vor vielen Arten von Verlusten, die zeigten, dass Bauern keinerlei Hilfe vom Staat erhielten. Und sie hatten die Bürde auch die Kopfsteuer bezahlen. Wenn sie kein Geld hatten, mussten sie während fünfzehn bis 30 Tagen im Jahr Zwangsarbeit leisten. Und sie mussten Grundstückssteuern bezahlen. Und Pridi sagte den Bauern, dass die Beamten, die erklärten, dass die Bauern das Rückgrat der Nation wären, reden würden, ohne zu erkennen, dass das Rückgrat der Bauern bereits gebrochen war. Das waren die Erlebnisse, die Pridi beeinflussten, als er so eng mit den Bauern zusammen lebte. Er erinnerte sich an eine Lektion seiner Lehrer und die Erfahrungen: Wenn Siam ein Parlament hätte, also eine Versammlung von Vertretern, die von den Menschen gewählt werden, um die Regierung zu beeinflussen, ihre Probleme zu lösen, und das Leben der Menschen zu verbessern, dann könnten die Menschen ihre Schwierigkeiten überwinden.
PRIDI: Das war meine Erfahrung. Jetzt will ich darüber reden was ich erkannte, als ich auf der Hochschule für Recht studierte.
KANOKSAK: Kann ich eine Zusatzfrage stellen? Haben Sie den Betrug der Müller selbst gesehen, oder hatten sie davon gehört?
PRIDI: In meiner Stellungnahme von soeben benutzte ich nicht die Worte „die Bauern wurden durch die Müller betrogen“. Sondern ich versuchte zu sagen: „Die Reismüller hatten viele Möglichkeiten, um die Bauern auszunutzen.“ Die Bauern wussten das, aber sie gingen zu ihnen, weil es bequmer war. Ich sah es selbst. Eines Tages ging ich mit meiner Stiefmutter um zwei Einheiten (krabung) Reisbüschel zur Mühle zu bringen. Der Müller wollte sich nicht mit uns anlegen und gab uns zwei Einheiten gemahlenen Reis zurück. Aber das war ein Spezialfall. Der Eigentümer hatte sogar Reis aus seinem eigenen Vorrat hinzugefügt, um die beiden Einheiten wieder zu füllen. Aber normale Bauern bekamen nur 1 ½ Einheiten. Sie wussten das, aber ihr Bewusstsein war noch nicht erwacht. Wie ich sagte, und wie sie selbst sagten, Reis zu mahlen braucht Zeit, also lass die Mühle das tun.
Die Mühlen machten einen großen Profit, indem sie die Leute immer ein bisschen ausbeuteten. Sie müssen verstehen, dass das Mahlen von Reis eine Menge Zeit benötigt. Aber ich liebe die Art wie Mao Zedong den Studenten erklärte, dass, wenn sie nicht mit den Händen selbst arbeiten würden, würden sie das Leben der Bauern nie begreifen. Es ist wahr. Wenn man die Reisbüschel nicht zur Mühle brachte, wenn man Reis essen wollte, musste man das selber machen, bevor man ihn essen konnte.
Große Bauern hatten eine Alternative, sie nutzten große Behälter um den Reis zu mahlen. Bauern aßen viel Reis. Wenn sie ihren eigenen Reis mahlen mussten, kostete das viel ihrer Zeit. Es war besser, den Reis der Mühle zu geben, weil es bequemer war. Ich habe einige Artikel gelsen, die von Leuten geschrieben worden waren, die den 6. Oktober 1976 organisiert hatten, die das Leben im Dschungel als einfach und bequem beschrieben. Das ist ganz anders, als ich das erlebt hatte. Und ich musste Thailand auf Grund des Coups vom 8. November 1947 verlassen. Aber lassen Sie mich wiederholen, dass meine Antwort zu der Situation der thailändischen Bauern, auf eigener Erfahrung basierte, die noch vor der Zeit, als ich mit dem Studium in Frankreich begann, ein Bewusstsein erzeugte. Ob thailändische Bauern heute ausgebeutet werden durch Reismühlen oder nicht, da kann ich nicht mitreden.
PHOONSUK (liest vor): Im Jahr 1917 wurde Pridi Student an der Hochschule für Recht. Zu dieser Zeit wurde in erste Linie Zivilrecht und Strafrecht, das auch zum größten Teil Zivilrecht war, gelehrt. Aber in Kursen über die juristischen Verfahren und das Vorgehen von Zivil- und Strafgerichten, mussten die Lehrer mit Menschen reden, die spezielle Rechte außerhalb der Macht der Gerichte bzw. der Justiz und der Allgemeinheit hatten, insbesondere folgende:
1. Machten sich Mitglieder der königlichen Familie vom Niveau Momchao aufwärts einer Straftat schuldig, hatte das Gericht die Macht, den Fall zur Berücksichtigung an das Palastministerium zu senden, um es vom König entscheiden zu lassen. Falls der König der Meinung war, dass der Verwandte schuldig war, würde er ihn einsperren und zwar in einem Platz im Palast, bekannt als sanom – das „Nichtgefängnis“. Er würde nicht in Eisen gelegt werden, sondern die Beamten würden die Fesseln einfach auf dem Boden der Zelle liegen lassen. Zusätzlich, auch wenn des Strafrecht von 1908 viele alte Strafgesetze ersetzte, so ersetzte es doch nicht das alte Recht, unter dem ein männlicher Bürgerlicher, der mit einer Dame von Stand Sex hatte, vom Stand einer Momachoying und darüber, sich einer Straftat schuldig machte, und mit Gefängnis nicht unter 7 Jahren bestraft wurde.
2. Ausländer, deren Länder ungerechte Verträge mit Siam hatten, besaßen spezielle Recht unter dem Straf- und Zivilrecht. Wenn sie einer Straftat schuldig waren, … hatten die Gericht nicht die Macht sie zu verurteilen. Die Gegner oder der Staatsanwalt musste sie vor einem Konsularen Gericht der betreffenden Nation verklagen. Neben Europäern und Japanern, hatten Asiaten aus den kolonialen Territorien des Westens und Japan die gleichen Rechte. Viele Chinesen wussten das und versuchten unter den Vorteil der Rechtsprechung einer ausländischen Macht zu kommen, und einige Konsulate boten ihnen Schutz an, wenn sie thailändisches Recht brachen. Wenn die thailändische Polizei eine Verhaftung vornahm, dann zwangen die Konsule die Ankläger, den Fall vor einem konsularen Gericht zu verhandeln, und entschieden oft zu Gunsten derjenigen, die unter ausländischem Recht standen.
CHATTHIP: Glauben Sie, dass das Denken Ihres Lehrers mehr von der Ro.So. 130 Gruppe beeinflusst worden war, als durch die Kuomintang-Gruppe?
PRIDI: Die Ro.So.130-Gruppe hatte den Spitznamen „thailändischer Kuomintang“ (Thai meng). Aber bevor diese Gruppe existieren konnte, mussten Menschen erst von Übersee zurück kommen, um jene zu überzeugen darüber nach zu denken, die Regierungsform zu verändern.
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Zwei Dinge stechen ins Auge: Zunächst die kritische Betrachtung der Bewässerungspolitik der Monarchie. Die offensichtlich nicht den Bauern, sondern den Joint Venture von inländischen Aristokraten mit ausländischen Kapitalisten zu Gute kam, die riesige Gewinne aus der Tatsache erwirtschaften konnten, dass rechts und links des Kanals die ersten 40 Meter als ihr Eigentum bzw. ihr Pachtrecht angesehen wurde. Egal ob das Land zu diesem Zeitpunkt bereits bestellt wurde oder nicht, und ohne Entschädigung für den Landverlust, der durch den Kanalbau eintrat. Interessant ist der Unterschied in der englischen und deutschen Version des Artikels in Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Khlong_Rangsit und http://de.wikipedia.org/wiki/Khlong_Rangsit
--- wird fortgesetzt ----
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