Das Aufräumen danach
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News - Meinung
Samstag, den 21. Juni 2008 um 19:59 Uhr
Die Reinigungskräfte sind dabei, den alten Platz auf denen über Wochen Demonstranten campierten zu reinigen. Anlieger und Verkehrsteilnehmer hier atmen auf. Aber nun belagern die Demonstranten die Regierungsgebäude und wollen nicht abziehen, bevor der Premierminister zurück getreten ist. Beginnt jetzt das Aufräumen in der Regierung?
 
 Nachdem die Demonstranten einen leichten Sieg errungen hatten, scheinen sie sich gestärkt zu fühlen und erklären, keine Verhandlungen mit der Regierung anzustreben, sondern die bedingungslose Kapitulation. "Wir bestehen darauf, dass das gesamte Kabinett sofort zurücktreten muss und die Regierung den Plan aufgeben muss, die Verfassung zu ändern." Erklärte Chamlong Srimuan am Samstag. Dabei missachtete er die Tatsache, dass alle gesellschaftlichen Kräfte eine Verfassungsänderung für notwendig halten, es nur große Unterschiede in der Art und dem Umfang gibt.
 
 Chamlong erklärte, dass man die Koalitionspartner nicht weiter auffordern werde, aus der Regierung auszutreten, weil man die Hoffnung aufgegeben hätte, dass diese der Aufforderung folge leisten würden. Die PAD würde nun mit den Demonstrationen weiter machen, ohne ein Ende der Demonstrationen zu nennen, und ohne die Bedingungen zu nennen, die erfüllt werden müssen, damit sie abziehen.
 
 Nach einer Meldung der Bangkok Post, hat Armeechef Anupong Paojinda den Premierminister den Rat gegeben, das Parlamente aufzulösen, um die Unruhen auf den Strassen zu beenden. Anupung hätte angeblich gesagt, dass Samak als PM bis zu Neuwahlen im Amt bleiben und dadurch die Umbesetzung der Führungskräfte in den Streitkräften mit bestimmen könnte. Durch die Mitbestimmung bei der militärischen Umbesetzung könnte Samak den Einfluss des ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin verringern, der von vielen Beobachtern noch als Drahtzieher im Hintergrund angesehen wird. Durch die Auflösung des Parlaments könnten die Wähler "eine frische Entscheidung" treffen.
 
 Die Unterstützung Samaks erklärt sich aus der relativ guten Beziehung Samaks zu den Streitkräften, die bis auf die Sechziger Jahre zurück gehen. "Ein Grund, warum Anupong nicht will, dass Samak als MP zurücktritt, ist die Furcht, dass sein Nachfolger nicht so freundlich mit dem Militär umgehen wird. Der neue Ministerpräsident könnte eine echte Marionette von Thaksin sein (während Samak immer einen eigenen Kopf gehabt hätte.)". Erklärte ein Informant gegenüber der Bangkok Post.
 
 Die Auflösung des Parlaments ist aber unter Umständen derzeit unmöglich, weil eine Auflösung verfassungsrechtlich (seit 2007) nicht erlaubt ist, so lange ein Misstrauensantrag vorliegt. Damit wollten die Militärs verhindern, dass ein populärer Ministerpräsident das Parlament auflöst und Neuwahlen ausschreibt, aus denen er noch gestärkt hervorgehen könnte, wenn andererseits sich im Parlament neue Koalitionen bilden, die so die Gewalt übernehmen könnten, ohne die Mehrheit der Wähler hinter sich zu haben.
 
 Allerdings hatte Abhisit Vejjajiva schon erklärt, dass die Opposition ihren Antrag zurück ziehen könnte, um Neuwahlen zu ermöglichen, und deutete dadurch seine Kooperation für den Fall einer Neuwahl an. Ein achtenswerter Fortschritt. Andererseits gibt es politische Analysten, die sagen der Mißtrauensantrag technisch gesehen noch nicht "eingetroffen" wäre, weil der Antrag noch nicht in die Sitzungsverzeichnissen aufgenommen wurde. Sauberer wäre sicher ein Zurückziehen des Antrages.
 
 Interessanterweise haben sich die Senatoren, einschließlich vieler ernannter Senatoren, in einem Aufruf an die Streitkräfte gewandt und sie aufgefordert, in den Kasernen zu bleiben.
 
 Rückblickend auf den Sturm der Demonstranten auf die Regierungsgebäude muss man froh sein, dass die Polizei den eindeutigen Befehl hatte, Verletzungen der Demonstranten auf jeden Fall zu vermeiden. Der Befehl schien aber vom ansonsten zweifelhaften Innenminister und nicht direkt vom Premierminister gekommen zu sein. Dieser schien eher unzufrieden darüber zu sein, dass die Demonstranten ihren Sieg erklären konnten.
 
 Erstaunlicherweise wird in den Medien von keiner einzigen Anklage gegen die Demonstranten berichtet. Es gäbe sicher reichlich Gründe von Verstößen gegen Verkehrsgesetze, bis hin zu Angriff gegen Polizisten und Besetzung von Regierungsland. Statt dessen erklärte die PAD, sie würde Strafantrag gegen die Regierung stellen, weil diese den Vertrag mit Kambodscha über die Nutzung des Preah Vihear Tempel geschlossen hatte.
 
 Nun scheint es erstmal auf einen lächerlichen Kleinkrieg hinauszulaufen, in dem der Premierminister zum Beispiel die Aufstellung von mobilen Toiletten für die Demonstranten verbietet.
 
  FreeThai
 
 
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