Lek ist 19 Jahre alt, sagt er uns, ob das stimmt ist eine andere Frage.
Über seine Eltern verrät er uns genauso wenig, wie darüber, ob er tatsächlich
von der Insel Phuket stammt, oder von woanders her. Unser thailändischer Begleiter Noi, hat auf jeden Fall gleich am Slang
erkannt, der Junge kommt aus dem Süden, woher genau, konnte auch er nicht
feststellen. Schon lange wollten wir einen Bericht verfassen, einen der Klarheit
schaffen soll, über die schwule GoGo Boy Hölle auf Phuket, hört man doch immer
soviel über die Zwangsprostituierten, die vor allem Damen seien. Der (illegale)
Markt für die Jungs ist aber grösser als mancher denken mag. Dieser Bericht
gibt einige Informationen und steigt tiefer in die Materie ein. Es handelt sich
um eine vor Ort Recherche, die im Juni des Jahres 2009 stattfand.
Lek erläutert uns, dass der Mama San, also der grosse „Obermacker der
Prostitution", um die Mitte 40 Jahre alt sei. Er heisse einfach nur MS bei den
Jungs.
„Er kümmert sich gut um uns", sagt Lek. Besser als es auf jeden Fall seine
Eltern getan hätten.......
Der Alte habe gesoffen und die Mutter nicht die Kraft gehabt sich dagegen
zu wehren, wenn der Vater austeilte. Irgendwann konnte er es nicht mehr
aushalten. Die schweren Arbeiten, schon seit frühester Kindheit verrichten, das
habe ihn total kaputt gemacht. Seine Schwestern habe er schützen wollen, aber
irgendwann habe er auch das nicht mehr geschafft. Narben an seinem Körper
sprechen eine verschlüsselte, dunkle Sprache der Vergangenheit.
„Nun inwiefern kümmert sich denn der Mama San um Dich", fragen wir?
„Tja, wir werden alle 4 Wochen gesundheitlich im Krankenhaus, oder von
einem privaten Arzt untersucht. Alle Untersuchungen zahlt der Mama San. Er
zahlt auch unsere Unterkünfte und unser Essen, wenn das nicht der Kunde am
Abend, oder je nachdem wie lange wir mit dem Kunden zusammen sind, übernimmt.
Das muss man aber erst mit dem Mama San klären, wenn ein Kunde jemanden von uns
länger bucht, das muss dann in einem Büro besprochen werden. Auch die Kleidung
am Arbeitsplatz wird vom Mama San gestellt. Wir machen Gruppenausflüge einmal
pro Monat in den Tempel, das gibt Kraft, die Mönche sind nett.
Meistens gehen wir auf den Berg zum grossen Buddha, oder manchmal gehen wir
auch in den Zoo, oder wir fahren mit dem Boot und gehen an den Strand.
Und irgendwie merke ich: Buddha ist mit uns. Vor allem mit mir", sagt Lek. „Denn
jetzt verdiene ich mein eigenes Geld."
„Und was machst Du mit Deinem eigenen Geld?" „Nun ich kaufe mir manchmal
was zu lesen, oder eine CD und gehe ins Kino, wenn ich mal frei habe."
„Sparst Du nichts für später? Nein, warum, Mama San sagt, dass ist nicht
nötig, er kümmert sich ja um uns."
„Und wie läuft das so, in der GoGo Bar?" „Na ja wir fangen so gegen 20.45
Uhr an, auch wenn viele der Zuschauer oder Kunden erst später gegen 22.00 Uhr
die Clubs betreten."
„Aha es gibt also mehrere Clubs", fragen wir?
„Ja Mama San hat 4 Einrichtungen auf Phuket und mit seinen Partnern, hat er
auch noch andere in Bangkok und Chiang Mai." Wer also nicht mehr in Phuket sein
will, der kann wenn es mal einen Wechsel gibt, auch in die Hauptstadt oder in
den Norden?"
„Wenn ihr soviel fragt, werde ich ganz durcheinander. Ich will jetzt
erstmal die andere Sache fertig sagen. Also: dann gibt es Shows. Zuerst stehen
wir auf der Bühne mit Nummern an den Bodies die wir tragen. Manche
interessieren sich dann für uns, wollen was mit uns trinken, oder reden und
verlassen die Bar danach. Andere wollen einfach nur umarmt werden, oder uns
umarmen, oder na ja, manche fassen uns auch an anderen Stellen an.
Und wieder andere nehmen dann, jemanden mit in ihr Hotel, oder mieten ein
Zimmer über dem Club, oder in der Strasse an, um die Zeit „intim" mit uns dort
zu verbringen, also nicht in der Öffentlichkeit."
„Und was müssen die Kunden so bezahlen?"
„Das kommt darauf an, wie lange wir Gesellschaft leisten und welche
weiteren Dienstleistungen erwünscht sind. Ein Abend mit mehreren Stunden ist
meistens zwischen 1500 und 2000 Baht, eine Nacht dann so 3000 Baht oder auch
mehr. Das Essen oder Eintrittspreise für andere Shows, oder Ausflugsziele muss
der Kunde zahlen. Manche von uns werden auch für längere Zeit engagiert. Es gab
auch schon jemanden, der wurde mit nach Malaysia oder Hong Kong genommen, das
hoffe ich auch, dass das mal jemand mit mir macht."
„Eure Kunden sind also meistens Männer?"
„Nicht wirklich nur, ich meine ihr wisst ja, dass viel auf Sex hinausläuft.
Es gibt vor allem auch viele Frauen aus Asien, oder Australien, die einen
Begleiter suchen, für die Zeit auf der Insel. Die wollen ja meistens jemanden
der einer Frau, ihr wisst schon........" dann verstummt Lek, mit leichter Röte
im Gesicht. „Die meisten Frauen brauchen einen muskulösen, starken Begleiter."
„Machst Du das auch, Frauen begleiten", fragen wir ihn?
„Nein, ich bin eher der schüchterne Typ, ich bin bottom, ich begleite
meistens ältere Männer zwischen mittelalt und ganz alt", meint Lek.
„Ist das nicht irgendwie unangenehm" fragen wir?
„Ach so lange niemand schlecht riecht, oder einen schlägt, oder wir einen
negativen Einruck haben, ist es ok......"
„Und jüngere Männer sind eher selten?" „ Bist Du schwul oder bi?"
„Ja, die jüngeren sind leider selten, meistens sind es dann 2 die ein Paar
sind. Die suchen wohl irgendwie immer Begleitung eines ganz jungen Mannes. So
wie ein Ersatzkind..... Ich bin wohl eher schwul, ich bin ja bottom....."
(Anmerkung des Verfassers mit Bottom wird der passive schuwle Sexpartner
bezeichnet, also der Nehmende, während hingegen mit Top der gebende, aktive
schwule Sexpartner bezeichnet wird.)
„Jetzt sei mal etwas offener Lek, niemand tut Dir was und Dein Name wird
nicht im Bericht erwähnt - Du bist doch keine 19 Jahre alt -?"
„Doch ich zeige Euch meine ID Card........."
Er greift in seine Westentasche und zaubert sie heraus, Noi, mein Begleiter
untersucht die Karte und gibt sie mit einem matten Lächeln zurück. Er meint,
sie ist zwar echt, aber sie ist es doch nicht.
„Wie, sie ist echt und es doch nicht?", fragen wir unseren Begleiter Noi.
Noi, Experte auf dem Gebiet, der Prostitution und als Sexstreetworker,
meint, dass viele ID Cards mit falschen Geburtsurkunden gemacht werden.
Viele Jungs haben, weil sie von zu Hause weggelaufen sind überhaupt keine
Personalien.
Aber die Mama Sans richten das, mit ihren guten Kontakten zu den Behörden.
Und die Mitarbeiter der Behörden, bekommen dann auch ihre freien Einheiten,
sozusagen Naturalrabatte......
Viel Schmiergeld muss der Mama San an die lokalen Behörden zahlen, erfahren
wir, denn Prostitution ist in Thailand illegal, und trotzdem - es gibt mehr
davon als man glauben will.
Wir wollen Lek nicht in Schwierigkeiten bringen und lassen die Sache mit
dem Alter ruhen, jedoch meint Noi, unser Thai Experte, dass es sich um einen
Jungen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren handelt. Noi hat mit vielen geredet
und ist für eine private Organisation tätig, deckt aber auch in Kooperation mit
internationalen Polizeispezialeinheiten, vor allem Kinderprostitutionsfälle in
Thailand auf.
„Was ist denn eigentlich Kinderprostitution in Deinen Augen, Noi?"
Im Prinzip muss ich sagen, dass alles was ungesetzlich ist, in dieses
Raster fällt. Privat bin ich der Meinung, dass die Grenze bei 17 oder 18 Jahren
liegen sollte. Es ist eben so:
Es gibt Fälle, da ist ein 18 Jähriger noch so kindlich wie ein 9 Jähriger -
und es gibt Fälle da ist ein 14 oder 15 Jähriger, mit einer geistigen und
körperlichen, also auch sexuellen Reife ausgestattet, dass man es nicht glauben
mag, dass er noch so jung ist. Das gilt natürlich genauso für Mädchen.
Aber ich bin nicht Ankläger oder Richter, ich helfe zu ermitteln und ich
versuche Schäden psychischer Natur zu erkennen. Das heisst auch festzustellen,
ob hier Menschenhandel oder Ausbeutung, Missbrauch oder Zwang vorherrschen. Und
meine Organisation versucht eben zu helfen, diese zerstörten Teenagerseelen
irgendwie, wieder in die normale Gesellschaft einzugliedern, wenn dies
überhaupt irgendwie möglich ist.
Zurück zu unserem Lek:
„Ob man dem Mama San Geld geben muss, von dem was man verdient?", wollen
wir wissen.
„Ja einen kleinen Teil", bekommen wir als Antwort.
„Und wie kommt man überhaupt zu einer Stelle im Club?"
„Man kann ja fragen, meistens fragen interessierte Jungs, wenn
Geschäftszeit ist, das Personal, oder sie fragen jemanden der als GoGo
arbeitet..... es gibt aber auch Vermittler."
„Und wie läuft dann die Einstellung?"
„Ach ich will da jetzt nicht soviel darüber erzählen, ist doch nicht so
wichtig......"
Noi greift ein....
„Der Mama San testet Euch, stimmt doch, oder? Die Farangs wissen das nicht,
weisst Du, sie wollen alles genau wissen, da wo sie herkommen. Da ist alles
anders. Du musst das versuchen zu verstehen."
Ein zartes Kopfnicken folgt......
„Und der Mama San, testet immer mal zwischendurch, ob alles gut ist, oder
ob er sich Sorgen machen muss, ob man ins Krankenhaus muss zur Untersuchung,
oder ob man, die Gemeinschaft verlassen muss, weil man nicht mehr so gut zur Gemeinschaft
passt.....?
Ein weiteres ängstliches Kopfnicken.......
Wir fragen unseren Experten Noi - „Wie viele minderjährige Jungs mit
„legalen" Papieren arbeiten in den Clubs?" „Das kann man nur schätzen - aber
sicherlich mehr als 30 %.
Die Mama Sans und die GoGo Boy Mafia fühlt sich sicher, man wechselt das
Personal ständig, länger als 12 - 18 Monate ist fast keiner am gleichen Ort. Es
sei denn, es sind wirklich loyale, abgestumpfte Charaktere, die keinerlei
Gefahr darstellen. Zunächst transferiert man die „Ware" dann von einem zum
anderen Club in der Stadt - und später zu den Clubs in den verschiedenen
Regionen. Machen könne man nicht viel, die Behörden sind involviert, es werde
immer schwieriger. Und die niedergelassenen Päderasten, die als Stammkunden und
Vermittler an Sextouristen dienen, verschanzen sich gerne hinter
Voluntärsposten bei der Touristenpolizei.
Zurück zu Lek.
„Was sind Deine Ziele für die Zukunft, junger Mann?"
„Einen Farang zu finden wie Dich! Du bist nett, Du kannst Dich um mich
kümmern und ich kann wenn Du Probleme hast für Dich sorgen. Ich kann kochen,
das Haus, oder die Wohnung sauberhalten, wir können gemeinsam ausgehen und wenn
wir ein Haustier hätten, Hunde oder Katzen, dann könnte ich, wenn Du arbeitest,
für sie sorgen."
„Wie wäre es mit Schule und Ausbildung - oder einen Beruf lernen?"
„Ich wüsste nicht wie ich das schaffen soll. Das kostet viel Geld und wer
würde mir das bezahlen und ausserdem, was soll jemand wie ich schon arbeiten -
und weisst Du was in Thailand bezahlt wird für normale Arbeit? Das schaffe ich
in 3 oder 4 Tagen in der GoGo Bar? Ich meine wenn ein Partner kein Problem
damit hat, kann ich immer noch in der Bar arbeiten!"
„Du willst also Dein ganzes Leben als GoGo Boy arbeiten?"
„Ja das ist doch ok....!"
„Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass viele in Deinem Alter sind, was
passiert denn, wenn man älter wird?"
„Darüber mache ich mir doch jetzt keine Gedanken! Der Mama San wird schon
helfen, oder vielleicht habe ich bis dahin einen netten Farang Mann gefunden,
der sich um mich kümmert."
„Und was passiert wenn jemand ernsthaft krank wird?"
„Das kommt nicht vor, weil wir immer vom Arzt untersucht werden und ich war
noch nie krank, meine Kollegen auch nicht!"
„Wie ist denn so das Verhältnis unter den Kollegen?"
„Diejenigen, die schon länger da sind oder lange, haben einen höheren Rang
oder Status. Das geht nach einem Zeitsystem und natürlich auch nach der Zahl
der Engagements. Diejenigen die zum Beispiel viel Geld verdienen, können sich
sogar eine eigene Wohnung oder ein Haus mieten oder kaufen. Das Verhältnis
untereinander ist ok."
„Kennst Du einen Kollegen, der ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung
hat?"
„Nur die, die schon lange da sind, 4 oder 5 Jahre, das sind nicht so viele,
meistens arbeiten sie mehr für den Mama San und nicht soviel in der Bar. Sie
empfangen dann die Kunden in ihren eigenen Wohnungen."
„Sind die Kunden eigentlich nett zu Dir, oder hast Du schlechte Erfahrungen
gemacht?"
„Darüber möchte ich jetzt nicht reden. Das ist mir zu privat und ihr habt gesagt
ich muss nicht jede Frage beantworten, wenn ich nicht will."
Diesmal greift Noi nicht ein. Wir haben also eine gewisse Grenze
überschritten und müssen die Frage anders formulieren.
„Ok dann fragen wir mal anders: Hattest Du in den letzten Tagen gute bzw.
nette Kunden und was waren denn das für Menschen?"
„Ja, 2 junge Männer, ein Thai und ein Farang haben mich für 3 Tage
engagiert, es war die beste Zeit meines Lebens. Keiner hat mir weh getan, sie
haben sich gekümmern wie Eltern, haben das Essen bezahlt, keinen Druck auf mich
ausgeübt, es war ein gute Zeit. Ich wünschte sie kämen jeden Tag. Wobei
irgendwie, bin ich auch traurig. Sie sind zu zweit und ich bin leider
alleine.......... und sie waren nicht so fordernd oder abweisend sie waren wie
eine Familie."
„Aha, und wie alt waren diese 2 jungen Männer?"
„Sie haben gesagt einer ist 31 Jahre und der andere 35 Jahre alt, sie sind
verheiratet, geht sowas überhaupt? Sie haben sogar Ringe getragen. Sie haben
ein Auto, ein Haus, sie haben Tiere zu Hause und Personal. Feine Menschen mit
viel Geld. Ich denke sie haben eine Firma oder so."
„Woher weisst Du das alles? Haben die 2 Dir das erzählt?"
„Der eine, der Farang hat mir in seinem Notebook Filme gezeigt und Fotos.
Sie haben gesagt sie kommen vielleicht wieder und nehmen mich mit dahin wo sie
wohnen und ich darf bei ihnen bleiben, das Haus und alles sauber halten, und
die Tiere versorgen, das wäre klasse!"
„Na dann wünschen wir Dir, dass Du Erfolg hast und die beiden kommen
wirklich zurück.
Danke Lek für dieses Gespräch, wir wünschen Dir alles Gute."
„Ja bis bald mal wieder Jungs, das war echt leicht verdientes Geld, nur
reden und essen" - dann haben wir ein breites Lächeln auf dem Gesicht des Jungen
gesehen, bevor wir ihn wieder in der Soi ablieferten, in dem die
Prostitutionshölle ihren Alltag nimmt.
Natürlich haben wir auch die GoGo Bar in der Lek arbeitet mal unter die
Lupe genommen.
Eine kleine Bühne mit 2 Stangen und einer Betonsäule kann man im dusteren
Licht erkennen.
Der gesamte Raum hat vielleicht knapp 100 Quadratmeter. Ganz links ist eine
lang gezogene Bar, ein Stück rechts von der Bühne eine langgezogene
Wendeltreppe die nach oben führt zur Garderobe für die auftretenden
„Kabarettstars" und Spintschränke für die Jungs mit Nummern, in denen wir persönliche
Sache vermuteten. Die Toilette ist direkt daneben, alles ist erstaunlich
sauber.
Die Sitzgelegenheiten im Hauptraum unten sind meist Plüsch- oder
Kunstledersofas mit Leintüchern überzogen, vor denen kleine Glastische oder
Holztische stehen.
Der Mama San moderiert mit einem Mikrofon, gibt Kommandos und die Jungs
müssen sich drehen oder im Chor einen Slogan brüllen.
Man sieht auf den vorderen Sofas Männer zwischen 40 und vielleicht 70
Jahren an Alter.
In der 2. Reihe links sitzen einige asiatische Damen, dem Aussehen nach
Japanerinnen oder Koreanerinnen in den späten 40ern oder frühen 50ern.
Man sieht auch Pärchen in den 30ern die einen heterosexuellen Eindruck
erwecken und eine grössere Gruppe von schwulen Twens, die flüsternd und wenn
sich ein wohl nach ihrem Eindruck muskulöser und gut gebauter Thai Boy auf der
Bühne dreht und wendet, laut gröhlend und applaudierend mit ihrem Bier
beschäftigen.
Dann auf einmal hört man die 20th Century Fox Fanfare und eine kleine
Laserlichtshow geht von statten. 3 Transsexuelle Darsteller in netten Kostümen
machen Playbacknummern zu Gloria Gaynor und Tina Turner. 2 zu völlig
entstellten Gestalten geschminkte Boys versuchen sich als sich prügelnde
Clowns.
Plötzlich ergreift der Mama San das Wort und spricht mit einem Japaner.
Laut keift er tuckig in einem grauenvollen Englisch / Thai Mix ins Mikrofon,
sein Freund aus Japan, sei das erste Mal auf Phuket und das erste Mal in einer
GoGo Bar. Er wisse nicht wie das hier geht.
Huldvoll erklärt er, dass man eine Ablöse von 200 Baht zahlen müsse, zum
nächsten ATM zu gehen habe, Geld holen, den Boy verköstigen, ein Zimmer nehmen
oder ihn mit aufs Zimmer nehmen und dann in Zeichensprache erklären was man von
der neuen Bekanntschaft erwarte.
Zur Not könne man ja auch ein Wörterbuch verwenden, wenn die Zeichensprache
zu rüde wäre.
Was folgt ist Gekicher und Gebrüll, sowie Gegacker aus dem Publikum.
Plötzlich setzen sich 2 Jungs zu uns, fast unbekleidet nur mit Bodies und
schlingen die Arme um uns.......erleichtert stelle ich fest, dass es sich bei
meinem Umschlinger, um Lek handelt.
Er bettelt regelrecht, um eine Einladung für ein Getränk und hofft darauf
von mir engagiert zu werden. Er würde mich lieben, ich wäre doch so
hübsch.......
Nur mit Mühe kann ich erklären, dass ich nicht schwul bin, eine Frau zu
Hause habe, 2 Kinder und ich lediglich einen Bericht für eine Zeitung schreiben
muss. Dies geht eben nur, wenn man sich den Ort auch anschaut, und nicht nur
Erzählungen von einem GoGo Boy selbst wiedergibt. Wer keinen persönlichen Eindruck
einer solchen Einrichtung seinen Lesern vermitteln kann, der wäre ein
schlechter Journalist.
Lek ist traurig und versteht. Wir geben ihm aber zu verstehen, dass wir ihn
pro Forma aus der Bar auslösen und seinen Kollegen auch. Wir zahlen die normale
Charge und lassen die Jungs gemeinsam ziehen.
Nun haben wir einen Eindruck über die Prostitutionshölle gewonnen. Die GoGo
Bar gesehen und einen persönlichen Bericht von einem Beteiligten bekommen. Die
Kommentare eines Experten gehört und gelernt, dass Prostitution zwar offiziell
verboten ist und nicht existiert, aber so tief in der Kultur verwurzelt ist,
dass sich niemand wirklich ernsthaft dagegen auflehnt.
Was umso erschütternder ist, dass vor allem der Sextourismus nicht nur
durch ältere Männer lebt sondern, dass der Markt auch von alternden Frauen
genutzt wird.
Nicht nur die, die einen starken Gigolo brauchen, immer mehr hört und liest
man auch von Fällen in denen Frauen die zarten Arme von minderjährigen Jungen
bevorzugen.
So lange starke Nachfragen herrschen, die GoGo Bar war an diesem Abend in
der Regenzeit, also Nebensaison, unter der Woche proppenvoll, so lange wird es
auch diese Art von Teenagerprostitution geben.
Von Heinz Schmitt und Noi Sukchai
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Nur sollte der Boss nicht eher Papa - San heissen...