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Die thailändische Prinzessin Chulabhorn Mahidol hat in Deutschland die Windaus-Medaille der Georg-August Universität in Göttingen erhalten. Das Institut für Organische und Biomolekulare Chemie der
Georg-August-Universität würdigt mit dieser Auszeichnung die Verdienste
der Wissenschaftlerin um die Naturstoffchemie. Die Windaus-Medaille erinnert an den von 1915 bis 1944 in Göttingen
tätigen Chemiker Prof. Dr. Adolf Windaus. Dem Naturstoffchemiker
gelangen grundlegende Untersuchungen am Cholesterin. Er erkannte, dass
dessen Grundstruktur auch in vielen anderen Stoffen, darunter dem
antirachitischen Vitamin D, vorkommt. Im Jahr 1928 erhielt Prof.
Windaus den Nobelpreis für Chemie. So weit, so gut!
PPT (Political Prisoners) behauptet, dass das Ministerium für auswärtige
Angelegenheiten die Welt nach Preisen und Ehrendoktorwürden
für alle Mitglieder der königlichen Familie durchkämmt, um diese als Beweis für deren Größe und außerordentliche Bedeutung für das thailändische Volk zu nutzen. Es scheint für Mitglieder der königlichen Familie nicht sehr schwer zu sein Ehrendoktorwürden und Preise in aller Welt zu erhalten, sofern sie es wirklich wollen.
Die einzige bekannte Kontroverse, an die wir uns erinnern können, passierte 1962 als verhindert wurde das der
König die Ehrendoktorwürde der Australian National
University erhält. (Google-Suche nach The Sydney Morning
Herald. - 13. August 1962). Es gab damals in Australien mehrere kleinere Demonstrationen
gegen ihn und die Militärregierung in Thailand. Die Demonstranten warfen dem
König die Unterstützung des Militärs, den Staatsstreich von Sarit und
Autoritarismus vor. Es hat sich nicht viel geändert.
Eine
schnelle Suche im Internet zeigt, dass die Windaus-Medaille
an ernsthafte Wissenschaftler verliehen wird und wir
wissen, dass die Georg-August Universität in Göttingen oder (Universität
Göttingen) eine angesehene deutsche Institution ist. Also
fragen wir uns was die Prinzessin getan hat, um mit diesem Preis ausgezeichnet zu werden.
The Siam Daily News berichtet, dass "Princesss Chulabhorn, am 15. Oktober 2009, mit der
Windaus-Medaille der Georg-August Universität in Göttingen, in Anerkennung ihrer Rolle als eine hervorragende Wissenschaftlerin,
die eine wichtige Rolle in der Wissenschaft und Chemie in
Thailand spielt, ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus wird die
Prinzessin einen Vortrag anlässlich des hundertsten Jahrestag des Adolf Windaus Gedächtnis Preises halten. Das
Programm des Tages finden Sie hier (Ein Word-Dokument) und der offizielle Pressebericht .
Es wurde auch von einer Demonstration von einigen Hmong berichtet, die versuchten die Aufmerksamkeit der Prinzessin zu erhalten. Während der Feierstunde machte die Göttinger
Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die Prinzessin in einer Mahnwache auf
die Situation von rund 5000 Flüchtlingen aus Laos aufmerksam und bat um Hilfe
bei der Umsiedlung in Drittländer.
In einer deutschen Zeitung wird berichtet, dass der Grund für die
Vergabe des Preises an die Prinzessin in der Führung und der Gründung des Chulabhorn Research
Institute (CRI) liegt. Prof. Dr. Lutz F. Tietze, Präsident des Deutschen
Zentral-Ausschusses der Chemie, sagte: "Die soziale und
gesellschaftliche Relevanz ihrer (CRI?) Arbeiten, stehen im Einklang mit der
Windaus ...". Die Arbeit des CRI besteht unteranderem darin den Menschen in der
südostasiatischen Region ein besseres Leben zu ermöglichen, und dies war einer
der Gründe, ihr den Preis zu verleihen." Berichten zufolge
ist sie auch die erste weibliche Gewinnerin der Medaille.
Welche Art von Wissenschaftlernin ist sie und wie ist der Ruf der Chulabhorn Research Institute?
"Professor Dr. Ihre königliche Hoheit Prinzessin Chulabhorn Mahidol,
ist Präsident des Chulabhorn Research Instituts", wie es auf der Website ihres Instituts zu lesen ist. Die Auszeichnung wird ihre Ambitionen, als eine große Wissenschaftlerin angesehen zu werden, bestätigen.
Chulabhorn Mahidol, jüngste Tochter des thailändischen Königspaares,
studierte Chemie an der thailändischen Kasetsart Universität; 1985
wurde sie an der Mahidol Universität promoviert. Ihr besonderes
Interesse gilt der chemischen Synthese von Naturstoffen und der Frage,
wie aus pflanzlichen Produkten Medikamente gewonnen werden können.
Zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Albert-Einstein-Medaille oder Einstein Medaille der UNESCO (denen ist davon aber anscheinend nichts bekannt, wie man auf der Seite sehen kann),
würdigen die Forschung der Chemikerin und ihre Initiativen für
wissenschaftliche Zusammenarbeit. Im Jahr 1987 gründete sie das
Chulabhorn Research Institute in Bangkok, dessen Präsidentin sie ist.
Der Wikipedia-Eintrag über die Prinzessin zeigt eine Liste mit 16
Ehrendoktorwürden, die alle aus thailändischen Universitäten stammen (darunter
zwei der Khon Kaen University, Suranaree University of
Technology, Thammasat Universität, Kasetsart Universität, und dem König
Mongkut's Institute of Technology) und eine der Universität Wollongong in Australien. Sie hat auch vier
wissenschaftliche Auszeichnungen, vor dieser Medaille,
bekommen einschließlich der "Einstein-Medaille der UNESCO", dass "die UNESCO die
Einstein-Medaille an herausragende Persönlichkeiten, die einen
wichtigen Beitrag zur Wissenschaft und der internationalen
Zusammenarbeit haben, verleiht." Wir zweifeln nicht an dem Anspruch
auf die Einstein-Medaille, aber eine Suche in der UNESCO-Website
produziert keine Informationen. Ebenfalls findet man keinerlei Informationen, wie schon erwähnt, auf der Seite der Albert-Einstein-Medaille. Vielleicht weil sie den Preis im Jahre 1986 bekommen hat, nur
ein Jahr nach ihrer Doktorarbeit. Ein Jahr später gründete
sie im Jahre 1987 (mit Steuerpflichtigen Mittel), das CRI.
Die Leser können auf der Seite des CRI navigieren und selber herausfinden für was das Institut steht
(obwohl keins der verfügbaren Publikationen zu öffnen ist wenn man die Verlinkung anklickt.). Verpassen Sie nicht die Seite "History". Die
Website macht geltend, dass das es das "ultimative Ziel" des CRI ist,
Wissenschaft und Technologie zu nutzen,um die Lebensqualität zu verbessern,
ein Konzept, welches zuerst in den von Seiner Majestät des
Königs initiierten Projekten untersucht und in die Praxis umgesetzt wurde." Das CRI bekommt
vermutlich große öffentliche Mittel (Details stehen allerdings nicht zur
Verfügung, aber es gibt einen Hinweis auf die öffentliche
Unterstützung, siehe hier )
Kürzlich wurde eine langfristige Zusammenarbeit der Tabakindustrie mit dem Institut kritisiert (siehe den Artikel "Eine
gute persönliche wissenschaftlichen Beziehung ": Philip Morris
und das Chulabhorn Research Institute, Bangkok "und
ein kurzer Bericht hier und hier ).
Was können wir über das Institut, aufgrund von Veröffentlichungen, sagen?
Oft messen Wissenschaftler ihre Arbeit an deren wissenschaftlichen Veröffentlichungen. PPT durchsuchte die ISI-Datenbank (auf Abo)
und Google Scholar (frei verfügbar). In beiden werden 45-55
Publikationen aufgelistet. Eines fällt sofort auf. Nämlich, dass die Prinzessin
selten als erster Autor der Veröffentlichung geführt wird. Dass die wissenschaftlichen Veröffentlichungen verschiedene
Autoren haben ist nichts ungewöhnliches, aber einige der Veröffentlichungen wurden von
bis zu einem Dutzend Co-Autoren verfasst.
Man können nun die Ethik der Veröffentlichungen hinterfragen und ihren wirklichen Beitrag zu
diesen Arbeiten, da ihr schlechter Gesundheitszustand,
ihre königlichen Verpflichtungen und ihre ständigen internationalen
Reisen wenig Zeit lassen.
Eine weitere Möglichkeit, die wissenschaftlichen Errungenschaften zu messen, ist es die Anzahl der Zitate aus ihren Publikationen zu untersuchen. Für
Chulabhorn Mahidol
gibt es relativ wenige Zitate. Dies ist nicht nur eine subjektive
Einschätzung. Wissenschaftliche und medizinische Publikationen mit hoher Wirkung werden in der Regel hundertfach zitiert. Bei einem Vergleich mit anderen Preisträgern der Windaus-Medaille kann man erkennen das die Prinzessin nichtmal in die Nähe der Anzahl der Zitate kommt.
Man könnte jetzt zynisch sein und auf die lange Verbindung des Instituts und Deutschland hinweisen und das dies nur ein Teil der Unterstützung ist. Wie man hier sehen kann.
Aber ist die Medaille dadurch weniger Wert?
Vielleicht haben wir etwas übersehen und würden uns über weitere oder andere Informationen unserer Leser freuen.
P.S. Ihr Ehemann Chaichon Locharernkul hospitierte 2003 für einige Wochen im Epilepsiezentrum
in Bethel (Bielefeld).
http://thaipoliticalprisoners.wordpress.com/2009/10/17/new-is-chulabhorns-award-deserved/
http://idw-online.de/pages/de/news337963
http://www.goettinger-tageblatt.de/Nachrichten/Wissen/Regionale-Wissenschaft/Windaus-Medaille-fuer-Prof.-Chulabhorn-Mahidol
ST
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