(08.02.2010, Bangkok, Mark Teufel) Heute gegen 12:00 Uhr hat die Vereinigte Front für Demokratie und gegen Diktatur eine friedliche Demonstration vor dem Büro der Generalstaatsanwaltschaft abgehalten und gefordert, dass diese endlich Anklage gegen General Surayud wegen seiner illegalen Landnahme erheben, ebenso wie gegen das Management der Bangkok Bank. Die Demonstration verlief friedliche, fast fröhlich, während der Sprecher der Democrat Party die Demonstranten mit Hunden verglich, und das nicht zum ersten Mal. Schauen Sie sich am Ende des Artikels die Fotos an und entscheiden sie selbst, ob der Vergleich gerechtfertigt ist.
Während einige hundert Rothemden, zum großen Teil Hausfrauen weil die Männer ihrer normalen Arbeit nachgehen müssen, vor der Generalstaatsanwaltschaft friedlich für die Beendigung der Ungleichbehandlung der Justiz demonstrieren, schreibt Matichon, dass der Sprecher der Democrat Party (weshalb man sagen kann „die Democrat Party“, denn er ist die Stimme der Democrat Party) sie mit Hunden verglich.
Matichon (http://www.matichon.co.th/news_detail.php?newsid=1265622639&grpid=01&catid=) zitiert den Sprecher der Democrat Party Thepthai, der feststellte, dass Thaksin über Twitter Kommentare über den Konflikt zwischen ihm und den Rothemden abgegeben hätte, und dass der Konflikt aufgetreten wäre, als Thaksin zu versuchen begann die Rothemden alle unter einen Hut zusammen zu führen. Thaksin wäre wie der Eigentümer einer Hundefarm, der Hunde von unterschiedlichen Orten erhält und dann zusammen bringt. Eines Tages ging das Futter aus und er hat ihnen einen einzelnen Knochen hin geworfen, damit sie wie normal kläffen sollten. Aber wenn zu viele Knochen geworfen werden, sind sie ruhig.
Nun, nachdem die 14 Millionen Wähler Thaksins als zu dumm zum Wählen bezeichnet wurden, dann als bezahlte Lakaien, bleibt nur noch die Steigerung, sie zu Hunden degenerieren zu lassen. Man stelle sich vor, ein Regierungssprecher in einem demokratischen Land würde eine Protestgruppe als Hunde bezeichnen. Ich glaube nicht, dass er am nächsten Tag noch im Amt wäre. Aber in Thailand hat eine solche Art der menschlichen Entwertung von Demokratieaktivisten Tradition und führte zu diversen Massakern, das scheußlichste sicher das von 1976.
Wir raten allen Lesern, die Geschichte von 1976 zu studieren, denn was wir hier sehen ist nichts anderes als die vierte oder fünfte Widerholung der gleichen Geschichte.
Humorvoll gesehen, könnte man sagen, dass es die einzigen Hunde sind, die für eine dreistündige Demonstration ihre eigenen mobilen Toilettenwagen mitbringen, ebenso wie Fußmassage, Essensstände und Verkaufsstände für alles rund um das rote Hemd. Aber leider ist es nicht lustig was sich derzeit in Thailand entwickelt.
Sieht man die Äußerung des stellvertretenden Premierministers Suthep Thaugsuban, nach der es so schnell keine Wahlen geben wird, und nun die Äußerungen des Parteisprechers, kann man zu der Annahme kommen, dass die Democrat Party gar nicht erst versuchen wird, eine demokratische Mehrheit über Wahlen zu erreichen.
Zurück zur Demo vor dem Büro der Staatsanwaltschaft: Die UDD forderte auch Informationen über den Fortschritt bei den Ermittlungen gegen den Kronratspräsidenten Prem Tinsulanonda wegen der illegalen Landinbesitznahme in Khao Soi Dao. Der Generalstaatsanwalt Ulasing Wasansing sagte gegenüber der Presse nichts von den Ermittlungen, sondern, dass er keine Bedenken hätte, dass die Demonstranten versuchen würden die Gebäude zu stürmen, da die letzten 7 Demonstrationen gezeigt hätten, dass es sich um friedliche Demonstranten handeln würde. Es gäbe keinen Grund zur Sorge. … Die UDD hätte das Recht zu demonstrieren so lange das keinen Schaden verursachen würde, und selbst die Behinderung des Verkehrs würde sich in einem normalen Rahmen befinden.
Der Regierungssprecher Panitan Wattanayakorn scheint es nicht so gelassen zu sehen und erklärte, dass 20.000 Sondereinheiten in die Provinzen geschickt würden um die Sicherheit dort zu gewährleisten, wenn das Urteil wegen der Beschlagnahme des Vermögens von Thaksin Shinawatra verkündet wird.
Meine Meinung: Erstens wird die Verkündigung vertagt, denn bisher wurde noch kein Urteil wie geplant verkündet, und zweitens geht es in erster Linie darum zu verhindern, dass die UDD tatsächlich Ende Februar bis zu 1 Million Menschen aktiviert, die dann nach Bangkok kommen. Die Einheiten sollen die Demonstranten noch effektiver als im April 2009, schon in den Provinzen abfangen. Wir dürfen gespannt sein darauf.
Das Wirksamste aber gegen die Demonstranten ist sicher das Gesetz zur Inneren Sicherheit. Einmal ausgerufen gibt es alle Macht dem Militär und dieses kann dann praktisch nach Gutdünken agieren, ohne für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden zu können. Noch nie in der Geschichte Thailands wurden rechte Sicherheitskräfte für Massaker zur Verantwortung gezogen.
Falken und Tauben
Die Beschimpfungen und Erniedrigungen, die die rechten Strömungen in Thailand über die Demokratiebewegung haben ihre Wirkung nicht nur im rechten Lager, das zunehmend enthemmt wird und wieder bereit „bis zum letzten Blutstropfen für Nation und König“ zu kämpfen und "die Hunde aus dem Land zu jagen oder zu erschlagen" (ASTV – Manager, Lesermeinung). Diese Beschimpfungen dienen auch dazu die Aggressionen unter den Rothemden anzuheizen, und gemäßigtere Führer wie Jatuporn und Sombat haben es immer schwerer sich Gehör zu verschaffen.
Immer mehr Rothemden zählen sich selbst zu den Falken der Organisation. Diese sagen, wir sind friedlich, aber nur so lange die Regierung uns nicht mit Gewalt angreift. Sie wollen sich nicht wieder erpressen lassen, und unter der Drohung eines Massakers aufgeben. Im April 2009 hatte die Armee gedroht die Reste der Demonstration mit Schusswaffengebrauch zu stürmen. Daher hatten die Anführer der Rothemden um Blutvergießen zu vermeiden die Demonstration aufgelöst. Dieses Mal, so die Falken, soll das nicht wieder geschehen. Wenn die Armee scharfe Waffen einsetzt, dann sollte man ihr auch entsprechend gegen übertreten.
Giles Ji Ungpakorn hatte einen offenen Brief an die Red Shirts geschrieben in dem er vor dieser Entwicklung gewarnt hat. Er ist der Meinung, dass das Ziel nicht die Mittel heiligt. Und damit ist er derzeit sicherlich im Recht. Das alttestamentarische Auge um Auge und Zahn um Zahn hat in einer modernen demokratischen Gesellschaft so wenig zu suchen wie ein Lèse Majèsté.
Und was auch die Falken überzeugen sollte ist die Tatsache, dass Gewalt das Ende der Legitimation der Demokratiebewegung wäre.
Wer darauf verweist, dass ein Tyrannenmord ein legitimes Mittel der Nothilfe ist, dem sei gesagt, dass Thailand noch lange nicht auf einem Niveau der Unterdrückung ist, der einen „Tyrannenmord“ rechtfertigen würde. Man muss sehen, dass die Rothemden heute die Mehrheit der Bevölkerung darstellen. Was passiert, wenn sich die Bewegung wieder unter der Androhung eines Massakers auflöst? Noch mehr Menschen werden die Augen geöffnet und die Bewegung wird noch größer werden.
Das wird Thaksin nicht sein Vermögen zurück bringen, und das könnte ihn zu der Kurzschlussreaktion veranlasst haben, sich mit den Oberfalken in Dubai ablichten zu lassen. Und es wird noch Jahre dauern. Jahre, die viele wie Jahrzehnte empfinden werden. Aber es ist möglich auch ohne Gewalt eine Änderung herbei zu führen.
Schauen wir uns die Alternative an: Die Armee beginnt wieder zu schießen und eine Hand voll Aktivisten schießt zurück. Wer glaubt gegen diese hochgerüstete und auf bedingungslosen Gehorsam gedrillte Armee, eingeschworen nicht auf die Verfassung sondern in erster Linie auf den König, mit ein paar Schützen besiegen zu können ist ganz gewiss im Irrtum. Die Armee ist nicht in der Lage einen Guerillakrieg zu gewinnen, wie man im Süden des Landes sehen kann. Aber sie ist wohl in der Lage eine Demonstration von unbewaffneten Demonstranten, mit einer Hand voll Bewaffneten aufzulösen. Die schlimmste Folge aber wird die sein, dass die Menschen sagen: „Die sind genau wie die anderen“.
Gewaltloser Widerstand und der von Massenbewegungen basiert auf einer moralischen Überlegenheit. Wenn die wegfällt, zerbricht die Massenbewegung. Dann wird es wie im Süden des Landes zu einem Guerillakrieg kommen, und die Folgen sind bekannt. Ausnahmezustand und Kriegsrecht, Massenverhaftungen, Folter, verschwundene Unbeteiligte. Aber wie im Süden wird auch das nicht zu einer Lösung führen. Wie im Süden wird es zu einem immer weiter gehenden Kampf führen, der den Herrschern immer wieder die Legitimierung gibt neue Unterdrückungsmaßnahmen einzuführen.
Bis es zu einer Lösung wie in Sri Lanka kommt. Und thailändische Politiker und Militärs haben sich schon über das „erfolgreiche“ Modell informiert. Aber darüber an anderer Stelle mehr.
Die eine da........................... written by WR , Februar 08, 2010
..........auf dem ersten Bildchen ist aber noch ein ganz flottes Hundchen und sie hat so schöne regelmässige Reisszähne, so gar nicht wie der Wolf im Rotkäpchen. Man könnte sich durchaus mal beissen lassen.:-)
Naja, im Ernst. Klar werden die mit dem Finger zeigen und sagen, die sind genau wie die anderen, wenns zu Gewalt kommt.
Das kann man aushalten, da diese Armee aber einen Guerillakrieg nie durchstehen kann, sollte mann es nach der nächsten Gewaltanwendung von Seiten der Regierung wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen, wenn nicht sogar schon sofort.
Ich hoffe immer noch das sie sich vorbereiten. Es ist ein Übel, aber für mich das kleinere.........
Einige Bewaffnete......... Naja,...... was der Polnische Untergrund im zweiten Weltkrieg konnte, das können die Thais sicher auch. Ich meine innert ein paar Monaten einige tausend Sten zu koppieren. Damals konnten das Untergrundwerkstätten mit einfachsten Maschinen und billigstem Stahl.
Ich denke die Thais sind gut in der Improfisation, hoffentlich sind sie auch mit einem harten Kopf ausgestattet.
Nein, nicht zurückschiessen, den Zeitpunkt und den Ort selbst aussuchen und nicht eine Schlacht mit der Armee austragen, das wäre ein Unsinn. Das Land lahmlegen mit Nadelstichen, das treibt die zur verzweiflung. Das Now-How gibts im Süden sicher irgendwo. Nach dem ersten Chaos kann man vieleicht schon etwas besser verhandeln. Dann wen die Eliten sich nicht nehr sicher sein können. Das wäre übrigens auch ein guter ansatzpunkt, die Villen der Eliten.
WR
Hua-Phoon........................ written by WR , Februar 08, 2010
Ich weiss, ich bin ein Betonkopf.
Ich weiss auch das ich da keinen Einfluss habe, aber daran denken ist doch ganz..........
WR
GT200 written by jeck , Februar 08, 2010
Ich find die Thai-Tech GT200 geil. Die könnten doch ein Exportschlager werden.
Da scheinen ein paar dumme Bauern und hungrige Hunde mehr Grips im Kopf zu haben als die Generäle und die Leiterin der Forsensikabteilung der Polizei.
Kein Wunder, dass die Elite sauer ist. Auf Genie ist man immer sauer ....
... written by Neumann , Februar 08, 2010
Tja ich denke auch das es erst mal besser ist sich auf keine gewalt einzulassen und wenn dann erst mal nur ertragen weil es international ein schlechtes licht auf thailand werfen würde.
Ab einem gewissen punkt wird Abhisit das nicht mehr schön reden können wenn man auf demonstranten die für demokratie auf die strasse geht schießt.
Sollte die gewalt gegen das volk aber eine unzumutbare dimension einnehmen wäre es an der zeit das undenkbare zu denken.
Die soldaten durch gezielte aktionen auseinander ziehen und als yellow oder blueshirts getarnt das krankenhaus kapern das sicher nicht so gut verteiligt werden kann wie der palast.
Dann den alten mann dazu zwingen seine schergen zurückzuziehen und schon ist man in der position eine echte verhandlungsbasis zu haben.
Das soll kein aufruf zur gewalt sein, ist nur so eine idee wie ich strategisch vorgehen würde wenn ich ein redshirt-falke wäre.
Nebenbei ist es ja auch für einen thai undenkbar der sein leben lang der staatlich-königlichen gehirnwäsche unterzogen wurde.
Nun warten wir es einfach ab auch wenn es sich scheinbar um eine never ending story handelt hier in thailand.
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..........auf dem ersten Bildchen ist aber noch ein ganz flottes Hundchen und sie hat so schöne regelmässige Reisszähne, so gar nicht wie der Wolf im Rotkäpchen.
Man könnte sich durchaus mal beissen lassen.:-)
Naja, im Ernst.
Klar werden die mit dem Finger zeigen und sagen, die sind genau wie die anderen, wenns zu Gewalt kommt.
Das kann man aushalten, da diese Armee aber einen Guerillakrieg nie durchstehen kann, sollte mann es nach der nächsten Gewaltanwendung von Seiten der Regierung wirklich ernsthaft in Erwägung ziehen, wenn nicht sogar schon sofort.
Ich hoffe immer noch das sie sich vorbereiten.
Es ist ein Übel, aber für mich das kleinere.........
Einige Bewaffnete.........
Naja,...... was der Polnische Untergrund im zweiten Weltkrieg konnte, das können die Thais sicher auch.
Ich meine innert ein paar Monaten einige tausend Sten zu koppieren. Damals konnten das Untergrundwerkstätten mit einfachsten Maschinen und billigstem Stahl.
Ich denke die Thais sind gut in der Improfisation, hoffentlich sind sie auch mit einem harten Kopf ausgestattet.
Nein, nicht zurückschiessen, den Zeitpunkt und den Ort selbst aussuchen und nicht eine Schlacht mit der Armee austragen, das wäre ein Unsinn.
Das Land lahmlegen mit Nadelstichen, das treibt die zur verzweiflung. Das Now-How gibts im Süden sicher irgendwo.
Nach dem ersten Chaos kann man vieleicht schon etwas besser verhandeln.
Dann wen die Eliten sich nicht nehr sicher sein können.
Das wäre übrigens auch ein guter ansatzpunkt, die Villen der Eliten.
WR